Die Torfwirtschaft

Alte Flurnamen bei Ramstein bestätigen, dass seit dem 18. Jahrhundert getrockneter Torf ein hervorragendes Brennmittel war. Ab 1801 wurde der Torfabbau streng unter Aufsicht  von Aufsehern geregelt. In dieser Periode intensiver Torfnutzung wurden jährlich 15 Millionen Stücke gefördert. Damals ging man irrtümlich davon aus, dass sich der Torf in unter Wasser gesetzten Flächen wieder erneuert. Als man feststellte, dass die Torfnachzucht-Theorie falsch war, wurde beschlossen, den Torf vollständig abzubauen und die Flächen anschließend landwirtschaftlich zu nutzen.

Torfstechen war eine harte körperliche Arbeit. Das Abstechen der Stücke - ziegelsteingroß (12x12x300 cm), passend für eine Ofenfeuerung und ideal zum Austrocknen - setzte eine gewisse Erfahrung voraus. Schön glatt und sauber mussten die nassen Stücke sein. Sie wurden mit speziellen Schubkarren zu freien trockenen Flächen gefahren, in Häufchen aufgeschichtet und alle 2 bis 3 Wochen gewendet. Torf war deshalb ein so beliebter Brennstoff, weil er nicht in einer großen Flamme schnell verbrannte, sondern langsam durchglühte.

Torfstechen war eine Saisonarbeit von Ostern bis Ende Juni, damit er bis zum Herbst getrocknet war. 1850 wurde 34 Millionen Stücke für den Eigenbedarf und den Handel abgebaut. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war das Torfvorkommen nahezu vollständig erschöpft. Auch löste die Steinkohle durch den Bau der Eisenbahnlinie den Torf als Brennmaterial immer weiter ab.

Nahe der Moordammmühle ist noch eine Torfstecherhütte erhalten. Sie war ursprünglich ein Unterstellplatz für Spaten und Schubkarren. Heute ist das ehemalige "Moorwärterhäuschen" eine Unterstellmöglichkeit für Wanderer.

 

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