Das Quellheiligtum Heidenfels zwischen Kindsbach und Landstuhl

Im Waldgebiet  zwischen Kindsbach und Landstuhl war in keltischer Zeit der Bach Gutenborn als Heilquelle bekannt.

Im ersten Jahrhundert vor Chr. entstand an der Quelle ein größerer heiliger Bezirk. In frühester Zeit schrieb man dem gesunden Wasser Wunderwirkung zu und sah es als Geschenk der Götter an.

1907 wurden bei planmäßigen Ausgrabungen Überreste eines Tempels entdeckt. Heute sind eingemeißelte Reliefs in zwei großen Felsbrocken zu bewundern. Keltische Fruchtbarkeitsgöttinnen und gallische Priester werden vor einem Opferaltar dargestellt. Unterhalb der Felsen wurden sitzende Figuren aus Terracotta des Matronenkultes gefunden, die wahrscheinlich Weihgaben waren.  

Die große Zahl der aufgefundenen Keramikscherben lassen auf eine florierende Töpferei schließen, die im 3. Jahrhundert n. Chr. entstanden war und sich auf Henkelkrüge spezialisiert hatte. Es ist anzunehmen, dass dort ein reger Pilgerbetrieb statt gefunden hatte.

Bis ins 4 Jahrhundert n. Chr., wie Münzfunde vom Jahre 28 bis 395 nach Christus belegen, wurde diese Quelle von der gallorömischen Bevölkerung als Heiligtum verehrt.

Die heidnische Kultstelle wurde noch benutzt, als das Christentum bereits Staatsreligion im Römischen Reich war. Irgendwann zerstörte ein eifriger christlicher Missionar das Heiligtum und veranlasste, den Opferstein auf der rechten Seite umzustürzen. 1903 wurden die Reliefs auf diesem Stein wiederentdeckt.

Erst in den letzten Jahren wurde durch Tests analysiert, dass in dieser bachreichen Region der Gutenborn die einzige Quelle ist, die borhaltiges Wasser führt und damit heilkräftige Wirkung hat. Borwasser wird in der Augenmedizin verwendet. Heute fließt das Wasser des Bachs mit anderen Quellen in einen kleinen Stauweiher.

Dieses Quellheiligtum ist das am besten erhaltene seiner Art in Mitteleuropa, das sich noch an seinem ursprünglichen Ort befindet.

Die Heidenfelsen findet man am einfachsten, wenn man von Landstuhl kommend dem Feldweg vor dem Sportplatz hinauf in das Tal folgt. Nach ungefähr 400 m erreicht man den kleinen Tümpel und etwas höher gelegen und von einem Dach geschützt die Reliefs.

Der idyllische Wald um die Opferstätte lädt zu einem weiteren Spaziergang ein. Folgt man dem Pfad auf der rechten Seite der Schlucht bis ganz nach oben, erreicht man auf dem Gipfel den Jakob-Pilger-Weg. In der einen Richtung kann man bis zur Burg Nanstein wandern und in der anderen Richtung zur Schlucht, die zum Bärenlochweiher führt.  

Ebenfalls zu empfehlen ist der Pfad unterhalb des Höhenzuges entlang einer Felsengalerie. Die riesigen Steinbrocken bilden eine beeindruckende Kulisse. Auf der andern Seite findet man wieder einen Weg hinunter ins Tal.

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