Das Karlstal bei Trippstadt

Das wildromantische Karlstal-Schlucht ist eines das schönste Wanderziele im Pfälzerwald. Von der Klugschen Mühle unterhalb des Ortes Trippstadt erreicht man das Karlstal mit einer kurzen Wanderung. Die Moosalb brauchte Jahrtausende um sich durch die Buntsandsteinschicht zu fressen und diese Schlucht zu formen. Durch das ausschwemmen der weicheren Gesteinschichten fallen, brechen, rutschen die härteren die Sandsteinblöcke darüber in die Schlucht. Dadurch entstehen bizarre Steinklötze, die von der kristallklaren Moosalb umspült werden. Die Hauptschicht des pfälzischen Buntsandsteins wird auch Karlstalschicht genannt.

Zunächst wirkt die Schönheit dieses Tals sehr natürlich, aber die Wegführung und die Brücken lässt vermuten, dass hier der Mensch gestalterisch tätig war. Der zirka einen Kilometer lange Weg wechselt von Bachseite zu Bachseite und inszeniert ständig neue Perspektiven des Wasserlaufs, der kleinen Staustufen und Wasserfälle und Bänke laden zum Verweilen ein. Wild und romantisch wird  die Fantasie um sich zwischen moosversetzten Riesenfelsen und der plätschernden Moosalb angeregt und Träume gehen auf die Reise. Gnome und Riesen, Feen und Hexen könnten hier zu Hause sein. Durch das Blätterdach  fallen lassen Sonnenstrahlen den Bach glitzern und funkeln.

1780 bestellten Karl Josef von Hacke oder sein sein Sohn Karl Theodor einen Gartenkünstler, der die Natur im englischen Landschaftsgartenstil attraktiv gestalten sollte. Friedrich Ludwig Sckell, kurfürstlicher Gartenarchitekt in Schwetzingen und Schöpfer des englischen Gartens in München wurde beauftragt. 

"Patrono hujus loci" - in der antiken Tradition des 18. Jahrhunderts widmeten die Landschaftsgärtner mit diesen Stein dem Schutzpatron des Ortes.

Ein kleiner hölzerner Pavillon steht mitten in der Schlucht, ist zugleich ein beliebtes Fotomotiv und ein Ort, wo man die Wildbachstimmung so richtig genießen kann.

Eine viereckige, schwarze Eisentafel am Eingang zum Karlstal erinnert an hohen Besuch. König Ludwig I von Bayern, Großherzog Ludwig III von Hessen und Erzherzogin Hildegard von Österreich nebst hohem Gefolge weilten am 9. August 1862 im Karlstal.

 

Die Klug'sche Mühle im malerischen Karlstal

Hölzerne Mühlräder klappern im Karlstal schon lange nicht mehr, dafür klappern nun Töpfe und Pfannen mit erlesenen Gaumengenüssen auf dem Herd. Seit dem Jahre 1827 ist die Klug'sche Mühle in Familienbesitz und wird seither als Gastronomiebetrieb bewirtschaftet. Spzialität sind: das Rindfleisch aus eigener Zucht, stets fangfrische Forellen und ein reichhaltiges Angebot an frischen Wildspezialitäten aus dem Pfälzer Wald. 
1995 und 2005 wurde das gesamte Anwesen modernisiert und das ehemalige Mühlengebäude dient nun als Ausflugslokal mit: Freisitzbalkon, großem
Biergarten mit reichhaltigem Kiosk, großer Kinderspielplatz und Streichelzoo.

Das Naturfreundehaus Finsterbrunnertal

Das Naturfreundehaus Finsterbrunnertal befindet sich in einem Seitental des von der Moosalb durchflossenen Karlstals. Es ist für Kinder-, Jugend-, und Familienfreizeiten, Wandergruppen sowie für Seminare geeignet und bietet sich für Tagesausflüge und Familienferien an. Auch der Einzelwanderer finden hier Unterkunft. Das Haus verfügt über 8 Zweibett Zimmer, 4 Vierbett Zimmer, 1 Dreibett Zimmer und 1 Einbett Zimmer. Die Zimmer sind mit Waschgelegenheit ausgestattet. Dusche und WC befinden sich auf den Etagen. Ausserdem verfügt unser Haus über zwei Schlaffräume mit 8 und 12 Betten hierfür stehen zwei Waschräume zur Verfügung. Es befinden sich zwei Aufenthaltsräume im Haus.

Der Eisenhüttenweg

Vom Finsterbrunnertal befindet  sich entlang der Moosalb bis zur Karlstalschlucht der Eisenhüttenweg. Er besteht aus insgesamt zwölf Stationen, der die frühere Herstellung von Eisen in diesem Tal vorstellt. Zu sehen sind ehemalige Eisenhütten beziehungsweise deren Reste (Produktionsstätten, Arbeiterhäuser, Stauwehre, das Herren- und das Uhrenhaus und das alte Walzwerk).  Rund 8 km ist der Eisenhüttenweg lang und informiert über die Frühzeit der Industrialisierung. Mitte des 19. Jahrhunderts erlebte Trippstadt eine Blütezeit der Eisenindustrie. Bedingt durch die großen Holzbestände und den metallhaltigen Rohstoffen, die aus der Umgebung stammten, entwickelte sich eine Industrie der Eisengewinnung und -verarbeitung, die Trippstadt Reichtum und Wohlstand brachten. Erst als die Steinkohle die Holzkohle, sie wurde für den Schmelzprozess eingesetzt, ablöste, begann der Niedergang und 1892 wurde der letzte Betrieb des Eisenhüttenwerks Trippstadt stillgelegt.
Der Eisenhüttenweg bildet einen Teil des der Pfälzer Jakobsweg-Pilgerweges. Er führt entlang der Moosalb durch die wildromantische Karlstalschlucht. Vorbei an Burg Wilenstein und der Klug'schen Mühle, wo sich das Tal allmählich weitet, führt der Jakobsweg zum Naturfreundehaus im Finsterbrunnertal. Weiter zum Bahnhöfchen Karlstal und vorbei am idyllisch gelegenen Walzweiher nach Breitenau in Richtung Gelterswoog.

Der "Unterhammer"

In dem historischen Anwesen am Unterhammer im Karlstal finden im Ausstellungs- und Veranstaltungsraum jedes Jahr vier Ausstellungen statt. Das ausgestellte Spektrum umfasst zeitgenössische Malerei, Grafik und Photographie sowie Bildhauerei und Rauminstallationen. Nicht eine bestimmte Richtung, sondern Qualität und Originalität stehen im Vordergrund. Kunst also, die sinnlichen Genuss bietet und neugierig macht. Darüber hinaus bietet "Kultur Unterhammer" diverse Veranstaltungen wie Lesungen und Konzerte an.

Die Burg Wilenstein

Die Felsenburg Wilenstein liegt oberhalb des Wilensteinerhofs im Karlstal in der Nähe der Klug`schen Mühle, südlich von Kaiserslautern. Sie  wurde Mitte des 12. Jahrhunderts vermutlich von Kaiser Friedrich Barbarossa erbaut . Sie gehörte zu einem Burgenring aus der Stauferzeit, der die Zufahrtswege zur Barbarossaburg in Kaiserslautern beschützte. Die Herren von Wilenstein zählten zu den bekanntesten Ministerialien des Lauterer Raumes.

1334 wurde die Burg bei einer Fehde zerstört und bald danach als Doppelburg wieder aufgebaut. Die Oberburg und die Unterburg hatte zwei Eigentümern: die Falkensteiner und die Flörsheimer (Flersheimer). In den Jahren 1633/34, während des Dreißigjährigen Krieg, wurde die Burg erneut zerstört. 
Seit dem 30jährigen Krieg existierte sie bis 1960 nur als Ruine. Dann begannen Studierende und junge Lehrerinnen und Lehrer der Pädagogischen Hochschule Kaiserslautern mit ihrem Professor Dr. Walter Cappel mit dem Ausbau des "Ritterhauses Falkenstein" zu einer Stätte der Begegnung.
1960/62 wurde der Palas der Oberburg, das einzige Überbleibsel, wieder restauriert und ausgebaut. Es entstand durch Neu- und Wiederaufbau ein Schullandheim. An den Wochenenden kann die Burg von kirchlichen Gruppen, Chören, Vereinen und für Familienfeiern gebucht werden.

Den Hof und die Gebäude kann man zwar nicht betreten, aber es gibt die Möglichkeit einen Blick durch die Gitter der Tore zu werfen. Am Hang liegen nur noch vereinzelt Steine von der ehemaligen Unterburg. Noch gut zu erkennen ist der Bergfried, der etwas höher als der Palas und die mächtige Schildmauer ist. Von dem Rest der großen Doppelburg, die hier einst stand, ist leider nichts mehr zu erkennen.

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