Eigentlich ist alles ganz normal – und doch ganz anders“: So lässt sich vereinfacht der Ablauf des Blutspende-Termins skizzieren, zu dem der Landstuhler Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes für den gestrigen Mittwoch in die Stadthalle eingeladen hatte – bereits der Ort lässt die langjährigen Landstuhler Blutspender erkennen, dass Vieles neu sein wird. Das Westpfalz-Journal besuchte den Termin und sprach mit Roland Huke und Karl-Heinz Potdevin vom Landstuhler DRK über das Blut-Spenden in Zeiten von Corona.
Wir mussten in die Stadthalle ausweichen, um die Abstandsregelungen einhalten zu können. Außerdem musste beim Ablauf einiges anders arrangiert werden, was wir aus Platzgründen im Landstuhler DRK-Haus so nicht hinbekommen hätten“, berichten die beiden, die seit den Morgenstunden in der Stadthalle mit dem Aufbau beschäftigt sind. Neben ihnen ist der Landstuhler DRK-Ortsverein an diesem Tag mit rund 20 Helfern im Einsatz, hinzu kommen zwei Ärzte sowie weitere Mitarbeiter des DRK-Blutspendedienstes. Erfahrungen bei anderen Ortsvereinen, wie in Corona-Zeiten eine Spende durchzuführen ist, konnten kaum eingeholt werden, waren die meisten Termine in den vergangenen acht Wochen doch wegen der Virus-Pandemie abgesagt worden. „Vieles ist neu für uns und natürlich auch für die Menschen, die zum Blutspenden zu uns kommen“, berichtet Karl-Heinz Potdevin. Das Neue beginnt bereits beim Einlass, wie Roland Huke bei einem Rundgang mit dem Westpfalz-Journal berichtet. Bevor man in die Stadthalle eingelassen wird, wird zunächst einmal die Temperatur gemessen. Mit 36,5 Grad liegt diese beim Berichterstatter im „grünen Bereich“, ab einer Körpertemperatur von 37,4 Grad werden potenzielle Spender nach Hause geschickt. Pflicht ist natürlich, dass alle in der Stadthalle einen Mund-Nasen-Schutz tragen, den die meisten Spender ohnehin dabei haben.
Nach der Temperatur-Messung nimmt der Spendenvorgang eigentlich seinen gewohnten Lauf – und ist doch ungewohnt, denn überall wird darauf geachtet, die Abstandsregelungen einzuhalten: Die DRK-Helfer, die für die Registrierung der Spender zuständig sind, sitzen hinter Plexiglas, die Spenderausweise werden kontaktlos gescannt und die Liegen für den eigentlichen Spende-Vorgang stehen in der Stadthalle extrem weit auseinander. Die Spender nehmen die Prozedur gelassen hin: „Das ist halt jetzt notwendig.“ kommentiert einer von ihnen, der seit Jahren zum Blutspenden kommt während andere geduldig in der Schlange vor der Stadthalle auf ihren Einlass warten, denn coronabedingt darf sich nur eine bestimmte Anzahl von Menschen in der Halle aufhalten. Froh ist man indes über jeden Spender, denn dem Blutspenden komme aktuell eine ganz wichtige Bedeutung zu, wie Karl-Heinz Potdevin berichtet: „Da die Kliniken ihren Regelbetrieb wieder hochfahren und die Operationen, die wegen der Corona-Pandemie verschoben wurden, jetzt nachgeholt werden, besteht eine große Nachfrage nach Blutreserven“. Beim letzten Spendentermin vor der Corona-Krise konnte das Landstuhler DRK rund 150 Spender begrüßen, am Mittwoch waren es genau 158, davon 18 Erstspender, Zahlen, über die man sich beim DRK in Landstuhl sehr freut.
Im Regelfall dauert der eigentliche Spendenvorgang nur wenige Minuten. „In fünf bis sechs Minuten sind die 500 Milliliter Blut gespendet, wenn es länger dauert, wird der Spendenvorgang nach zehn Minuten abgebrochen, denn dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Spender beginnt, unwohl zu fühlen“, berichtet Roland. Um sich nach der Spende kurz auszuruhen, wurde im rückwärtigen Bereich der Stadthalle ein Ruhebereich mit Liegen geschaffen. „Danach sind normalerweise alle Spender zu einer warmen Mahlzeit und zu einem geselligen Beisammensein eingeladen, auf beides müssen wir in der Stadthalle allerdings verzichten“, bedauern Roland Huke und Karl-Heinz Potdevin aufrichtig, sind doch die Küchen des DRK bekannt für die Zubereitung von ebenso schmackhaften wie herzhaften Speisen. Als Ersatz gibt’s für die Spender ein Lunchpacket auf den Heimweg – und die Gewissheit, mit der Spende dazu beigetragen zu haben, im Extremfall ein Menschenleben zu retten.

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