Schon der Abriss der alten Posthalterei war eine Schande. Wertvolle Fußböden, noch wertvollere Kachelöfen und ein historisches Gebäude von einmaligem Wert fielen dem Abrissbagger zum Opfer. Angeblich war das Gebäude baufällig, aber letztendlich waren Einfallslosigkeit, Profitgier und ein gerütteltes Maß an Dummheit Ursache für den Abriss. Was anstelle davon errichtet wurde, spottet jeder Beschreibung. Ein Klotz, nicht mehr und nicht weniger, ein absolut funktioneller Bau. Man wollte die Fehler bei dem jetzigen Gebäude Café Sander nicht wiederholen, aber letztendlich hat man noch eins draufgesetzt. Vor dem Abriss gab es durchaus Stimmen, die für den Erhalt des damaligen Gebäudes sprachen, aber in eingeübter selbstgefälliger Manier des damaligen Bürgermeisters wurden sie in den Wind geschlagen. Jetzt dieser hässliche Bau mitten in der Stadt!

Was der ganzen Sache die Krone aufsetzt, ist der Rahmen des Eingangs der ehemaligen Posthalterei in Richtung Königsstraße. Was tatsächlich davon noch original ist, bleibt ein Geheimnis des Bauherren, denn das Sandsteingewand ist „schön“ restauriert. Der Untergrund, der dunkelgraue Verputz, passt zu dem Sandsteingewand wie eine Faust aufs Auge. Da kann man nur fragen, wer sowas macht? Der Architekt, der Bauleiter oder wer auch immer.

Aber irgendwie ist der Türrahmen auch ein Sinnbild. Ein Türrahmen durch den man nicht durchgehen kann, der aber an vergangenen Zeiten erinnern soll. Landstuhl hatte durchaus das Zeug, eine historische Stadt sein zu können. Der Zugang dazu aber ist versperrt, denn nach wie vor werden historische Gebäude für abbruchreif erklärt und abgerissen. Dies soll auch mit den drei Häusern am Ende der Ludwigsstraße in Richtung Hauptstraße geschehen. Vielleicht könnte einmal irgendjemand der hierfür Verantwortlichen erklären warum. Aber auch hier dominiert Einfallslosigkeit für eine sinngerechte Nutzung der Anwesen und auch hier könnte man fragen: Wer macht denn sowas?

von Wolfgang Feth

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