Auf großes Interesse stieß die Informationsveranstaltung der Landfrauen Spesbach zu dem Thema „Rechtliche Vorsorge-aber richtig!“, die am Mittwoch im Konferenzraum der Mehrzweckhalle in Spesbach stattfand. Auf Einladung der Landfrauen referierte Rechtsanwältin Rebekka Haase aus Landstuhl vor über 60 Zuhörern zu den rechtlichen, aber auch praktischen Problemen bei der Erstellung und Durchsetzung von Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen. Anhand eines Beispiels aus ihrer Betreuertätigkeit zeigte sie zunächst den Informationsweg vom Krankenhaus zum Betreuungsgericht über das Vorsorgeregister auf, wenn ein Patient nach Ansicht der Ärzte eines Betreuers bedarf.

Viel Raum nahm dabei die Frage ein, ob man nun nur eine Person bevollmächtigen soll und wo man denn die Vorsorgevollmacht aufbewahrt. Denn Rechtsanwältin Haase hatte auf das Risiko eines Missbrauchs der Vollmacht hingewiesen, da diese zumindest nach außen ab dem Unterschreiben Rechtskraft entfalte. Von der Möglichkeit, die Vollmacht unter der Bedingungen zu erteilen, dass sie erst im Falle der Geschäftsunfähigkeit eintreten solle, riet sie dringend ab, da dann diese Bedingung erst festgestellt werden müsse. Eine Möglichkeit sei, die Vorsorgevollmacht dem Bevollmächtigen noch nicht zu übergeben, ihn aber zu informieren, wo sie hinterlegt ist.

Kontrovers diskutiert wurde auch die Frage, ob nur eine Person als Bevollmächtigter eingesetzt werden soll oder zwei bzw. mehrere. Für nur eine Person spricht, dass diese dann alleine entscheiden kann und es nicht zu entgegengesetzten Entscheidungen der Bevollmächtigten kommen kann oder einem Streit unter diesen. Für zwei oder mehr Bevollmächtigte spricht, dass, wenn eine der Bevollmächtigten gerade im Urlaub ist oder selber krankheitsbedingt ausfällt, dann die weiteren Bevollmächtigten allein vertretungsbefugt sind. Rechtsanwältin Haase berichtete, dass sie persönlich zwei Bevollmächtigte eingesetzt habe, was ein Besucher mit der Bemerkung „Dann wünsche ich Ihnen viel Glück!“ kommentierte.

Zu guter Letzt gab Rechtsanwältin den Anwesenden den Rat mit auf den Weg, die Erstellung ihrer Vorsorgevollmachten nicht vor sich herzuschieben, sondern umzusetzen, da es sonst zu spät sein könnte. (ps)

 

Foto: privat

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