-Sichtung eines Wiedehopfs bei Kottweiler-Schwanden-

Gestern Nachmittag nach der Arbeit hatte ich ein bisschen Stress: erst noch in den Drogeriemarkt, dann ins Kaufland, um dann zum Landfux nach Weilerbach zu fahren. Auf den Weg dorthin erreicht mich die dramatische Nachricht: wir haben keinen Sahnemeerrettich zum Lachs, den es gleich zum Essen geben soll. Also spontane Planänderung: nichts mit Landfux, auf zum Wasgau nach Miesenbach, Sahnemeerrettich kaufen. Schon ziemlich platt will ja dann auch noch Max seinen Auslauf. Also fahre ich den Wirtschaftsweg von Kottweiler Richtung Michels Ruhe gemütlich hoch und sehe so ca. in 20 Meter Entfernung auf dem Boden vor mir einen „komischen“, orange-braun gefärbten Vogel. Es ist mir sofort klar, dass es kein gewöhnlicher Vogel ist, den erkenne ich auch auf weitere Entfernung. Dann fliegt der Unbekannte leider schon auf und ich sehe die schwarz-weißen Flügelfedern, ich sehe die angelegte Kopfhaube und ich registriere, dass der Vogel fast wie ein Schmetterling davon flattert. Und es durchzuckt mich ein Blitz der Freude: es ist ein Wiedehopf, für den ich schon seit Jahren in die Vorderpfalz fahren möchte, um ihn endlich mal live zu sehen. Und nun ist er hier, in der Hinterpfalz. Ich springe aus dem Auto, lass es mitten auf dem Weg stehen und guck, wo er gelandet ist. Ärger mich, dass mein Fernglas nicht greifbar ist, sehe ihn weiter flattern, bis er erstmal verschwunden ist. Dann parke ich das Auto um und nehme mit Max und Fernglas die „Verfolgung“ auf. Ich sehe ihn zwar noch zwei-, dreimal, aber vor das Fernglas bekomme ich ihn leider nicht. Der Wiedehopf, wissenschaftlicher Name upupa epops, ist ein wärmeliebender drosselgroßer Vogel, der bei uns in Deutschland wirklich sehr selten vorkommt. Bei uns in Rheinland-Pfalz gibt es regelmäßige Sichtungen in der Vorderpfalz an der Weinstraße. Der Wiedehopf bevorzugt trockene Gebiete mit spärlicher Vegetation. Laut wikipedia kommt diese Art in Mitteleuropa vor allem in extensiv genutzten Obst- und Weinkulturen, in Gegenden mit Weidetierhaltung sowie auf bebuschten Brachflächen vor. Auch sehr lichte Wälder, insbesondere Kiefernwälder, sowie ausgedehnte Lichtungsinseln in geschlossenen Baumbeständen dienen gelegentlich als Bruthabitat.

Meine Sichtung gebe ich noch abends in das Onlineportal „Naturgucker“ ein und siehe da: bereits vor ein paar Tagen wurde ein Wiedehopf ganz in der Nähe bei Eulenbis gesichtet.

Vielleicht habe ich ja Glück und dieser außergewöhnliche, wunderschöne Vogel flattert mir noch einmal vor die Füße und ich kann ihn etwas beobachten.

 

von Rebekka Haase

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