-Interview mit Sabine Schäfer, neues Mitglied im Stadtrat für die Linken und Peter Hirschberger-Nickel, ebenfalls Parteimitglied bei den Linken-

  1. Westpfalz Journal: Stellen Sie sich bitte kurz unseren Lesern vor!

Hirschberger-Nickel: Mein Name ist Peter Hirschberger-Nickel. Ich bin 45 Jahre alt und wohne seit 2009 in Landstuhl. Ich lebe in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft und arbeite seit November 2015 im Nardini Klinikum.

Schäfer: Mein Name ist Sabine Schäfer. Ich stamme aus Wuppertal, die Liebe hat mich in die Pfalz und nach Landstuhl verschlagen. Im Jahr 2014 bin ich auf die Atzel gezogen, seit drei Jahren gehöre ich zu den Linken.

  1. Westpfalz Journal: Sind Sie mit dem Ausgang der Wahl zufrieden?

Hirschberger-Nickel: Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wir sind zum ersten Mal zur Wahl angetreten, dass wir mit einer Person im Stadtrat nunmehr vertreten sind, finde ich sehr beachtlich.

  1. Westpfalz Journal: Freuen Sie sich auf die Tätigkeit im Stadtrat?

Schäfer: Ich freue mich auf die Tätigkeit, aber ich bin noch unbedarft, ich hatte noch nie ein politisches Amt und war auch nie politisch tätig. Ich werde mich informieren und mich einarbeiten. Ich habe schon viele Ideen für Landstuhl über die ich im Stadtrat sprechen möchte.

  1. Westpfalz Journal: Was sind Ihre Ziele für Landstuhl?

Hirschberger-Nickel: Mein wichtigstes Ziel für Landstuhl ist die Verbesserung des öffentlichen Nahverkehrs. Dabei soll die Linienführung des Sickingen Bus überdacht werden. Zum Beispiel sollte die neue Verbandsgemeindeverwaltung vom Bus angefahren werden. Darüber hinaus bin ich der Meinung, dass ein zweiter Bus eingesetzt werden soll, damit durch einen Halbstundentakt der öffentliche Nahverkehr attraktiver wird.

Schäfer: Der Fahrplan des Sickingen Bus sollte so geändert werden, dass er auf die am Bahnhof abfahrenden Züge und Busse abgestimmt wird.

  1. Westpfalz Journal: Wie stehen sie zur übermäßigen Verschuldung von Landstuhl?

Hirschberger-Nickel: Die Höhe der Verschuldung von Landstuhl war mir bekannt, nicht jedoch, dass jedes Jahr zusätzliche Schulden hinzukommen. Bei der Stadtgärtnerei wäre zu überlegen, durch Annahme von Fremdaufträgen die Einnahmeseite zu verbessern. Bei der Stadthalle sollte das Programm insgesamt attraktiver gestaltet werden. Die Veranstaltungen sollten so gut sein, dass durch Mund-zu-Mundpropaganda allmählich die Auslastung verbessert wird und dass sich die Stadthalle selbst trägt.

Schäfer: Ich denke, für viele Leute ist der Eintrittspreis zu hoch. Es sollten auch Veranstaltungen angeboten werden, die sich die überwiegende Mehrheit in Landstuhl auch ohne weitere Probleme leisten kann. Das Angebot müsste auch auf junge Leute abgestimmt werden.

  1. Westpfalz Journal: Sie sind neu im Stadtrat, haben Sie Hilfe für die Einarbeitung?

Schäfer: Mit dem ebenfalls neu gemeldeten Mitglied im Verbandsgemeinderat Felix Imhoff arbeite ich viel zusammen. Von meiner Partei habe ich Rückhalt, insbesondere Frank Eschrich und Alexander Ulrich unterstützen mich dabei. Bei konkreten Fragen kann ich mich auch an die Verwaltung wenden, die mir sicherlich bei der Beantwortung der Fragen behilflich ist.

  1. Westpfalz Journal: Keine der im Stadtrat vertretenen Gruppierungen hat die absolute Mehrheit, zumindest der CDU könnten Sie zur Mehrheit verhelfen. Haben Sie diesbezüglich Überlegungen?

Schäfer: Ich werde mit keiner Partei oder Gruppierung eine Koalition eingehen. Mit meinen Parteikollegen Peter Hirschberger-Nickel bespreche ich die Angelegenheiten und entscheide nach Sachgründen. Weitere Überlegungen haben wir diesbezüglich noch nicht angestellt.

  1. Westpfalz Journal: Konkret: zusammen mit der CDU könnten Sie die Beigeordneten wählen. Ist das reizvoll?

Schäfer: Natürlich ist es reizvoll, an entscheidenden Entscheidungen verantwortlich mitzuwirken. Wir machen uns derzeit noch Gedanken über die Angelegenheit, eine endgültige Entscheidung diesbezüglich steht noch an.

  1. Westpfalz Journal: Eines der großen Probleme der Zeit sind die Folgen des Klimawandels. Wie ist Ihre Meinung dazu?

Schäfer: Ich bin der Meinung, dass die Folgen des Klimawandels auch in Landstuhl sichtbar sind. Zum Beispiel sind 86% der Bäume des Pfälzerwaldes krank, sodass da dringend etwas getan werden müsste. Das Geld für die Maßnahmen muss vom Bund zur Verfügung gestellt werden, die Maßnahmen sind jedoch vor Ort in Landstuhl umzusetzen.

Hirschberger-Nickel: Für manche Politiker findet der Klimawandel nicht statt. Für sie sind andere Punkte wichtiger, wie zum Beispiel die Rüstung, die Wirtschaft, die Lobbyisten. Damit fehlt das notwendige Engagement, um gegen den Klimawandel etwas zu unternehmen. Die Politiker vor Ort haben vielleicht hierfür Interesse, es fehlt jedoch an Geld und Kraft die notwendigen
Maßnahmen in die Wege zu leiten.

  1. Westpfalz Journal: Sie haben einen Wunsch frei, was wünschen Sie sich?

Hirschberger-Nickel: Ich wünsche mir einen Lebensmittelmarkt auf der Atzel. Dabei könnte es ein Discounter sein, der nicht das ganze Sortiment führt. Es wäre auch überlegenswert, ein Lebensmittelgeschäft durch Unterstützung von ehrenamtlichen Engagement einzurichten. Möglich ist auch eine Zusammenarbeit mit den Westpfalz Werkstätten in Landstuhl.

Schäfer: Mein größter Wunsch ist eine ökologische Wirtschaft und Lebensweise. Zum Beispiel sollte Glyphosat sofort verboten werden. Diese Themen sollten für alle Parteien von höchster Bedeutung sein.

Das Interview führte für das Westpfalz-Journal Wolfgang Feth.

 

Sommerinterviews mit den Partei- und Wählergruppenvorsitzenden der Stadt Landstuhl:

Bereits stattgefunden: Elke Dick, CDU

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