Am Alten Wasserwerk von Landstuhl beginnt die nach Süden ansteigende Felsenschlucht, das Naturdenkmal „Fleischackerloch“. Am Westhang des Kirchbergs entlang ist, wie in den Nachbartälern, eine typische Schluchtwaldgesellschaft entstanden. An den Hängen des urwaldähnlichen Altbaumbestandes wachsen Buchen, Bergahorn, Eschen und Bergulmen. Je weiter der Weg nach oben führt, desto deutlicher wird die imposante Blockmeerbildung mit Sandsteinen der Karlstalschicht. Seinen Namen erhielt das Tal, weil die Wiesen und Äcker im Talgrund in früheren Zeiten gegen eine Fleischabgabe verpachtet wurden.

Folgt man dem Pfad unterhalb der Spitze des Kirchberges, trifft man auf den „Krämerstein“. Er ist ein 120 m langes Felsenriff. 12 m hohe kluftreiche Sandsteinfelsen bilden eine zusammenhängende Wand, in der die Natur sogar spielerisch ein Gesicht geformt hat. Auch Kinder kommen auf ihre Kosten. Wegen ihrer Ursprünglichkeit waren der Krämerstein und das Fleischackerloch 1920 auch einmal Kulisse für einen Westernfilm.

Der Weg unterhalb der Felsgruppe führt durch den Wald zum Bismarckturm. 10 Stufen führen zum Eingang und 74 Stufen zur Plattform, sie bietet bei klarem Wetter einen hervorragenden Ausblick auf Landstuhl, Kindsbach und Ramstein-Miesenbach, sowie den Beginn der Sickinger Höhe. Im „Bruch“ markieren Pappelreihen den Verlauf der Entwässerungsgräben in den Wiesen und Feldern, die früher einmal vermoortes Gelände waren. Nach Norden steigt das Gelände wellenförmig zum Nordpfälzer Bergland an. Eine von mehreren Kuppeln ist der Potzberg. Er ist 562 m hoch und markiert mit den anderen Berggipfeln am Horizont die Hauptachse des Berglandes.

Besonders eindrucksvoll präsentiert sich die Burg Nanstein, die 40 m tiefer als der Aussichtspunkt auf dem Bismarckturm liegt.

Der Landstuhler Bismarckturm ist einer von 12 Bismarcktürmen -ehemals sogar 14, Bad Bergzabern und Neuwied wurden abgerissen- in Rheinland-Pfalz, die dem Reichskanzler Otto von Bismarck gewidmet und von 1865 bis 1922 gebaut wurden. Der damalige Waldbesitzer, der saarländische Großindustrielle Freiherr Karl Ferdinand von Stumm-Halberg, finanzierte den 18 m hohen Aussichtsturm auf der vordersten Kuppe des Kirchberges (371 m). Für Landstuhl wählte der Stifter den Entwurf „Götterdämmerung“ des Architekten Wilhelm Kreis. Die Bauarbeiten erfolgten im Jahre 1900 durch die Landstuhler Firma Schreiber. Die Bauleitung hatte Bezirksbaumeister Löhner aus Homburg. Als Schmuck trägt der Turm ein Relief mit dem Reichsadler bei dem das Bismarckwappen eingearbeitet wurde und eine Bronzetafel mit einer Widmung des Freiherrn von Stumm-Halberg.

Vor dem Turm befindet sich ein Gedenkstein für Philipp Fauth (1867-1941, Lehrer und Astronom). Dort wurde 1895 eine Sternwarte erbaut, die heute jedoch nicht mehr existiert. In einer immensen Arbeitsleistung erstellte der Forscher von 1884 bis 1940 eine Karte der Mondoberfläche. 1932 entdeckte er einen Doppelkrater, der später nach ihm benannt wurde.

Etwas weiter, vom Parkplatz des Bismarckturmes, führt wieder ein breiter Forstweg zum Fleischackerloch zurück.

 

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