Kaiserslautern: Mit allen Stimmen der anwesenden kommunalen Gebietskörperschaften des Zweckverbandes Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV Süd) hat dessen Verbandsversammlung am 5. Dezember 2018 die Elektrifizierung der Eisenbahnstrecke Neustadt/W – Wörth gefordert. Mit Blick auf die gemeinsame Initiative der vier südpfälzischen Bundestagsabgeordneten zur Finanzierung der Elektrifizierungsplanungen fordert der ZSPNV Süd nun die rasche und verbindliche Bereitstellung der Mittel durch den Bund, den schnellen Start der Planungen sowie die Bereitstellung der weiteren erforderlichen Mittel für die zügige Umsetzung.

„Auf diese Weise kann die Schließung einer Lücke im elektrisch betriebenen pfälzischen Eisenbahnnetz deutlich beschleunigt und die geplante Umstellung des Nahverkehrsangebotes in der Pfalz auf elektrisch angetriebene Fahrzeuge erleichtert werden“, erklärt Landrat Dr Fritz Brechtel als Verbandsvorsteher des ZSPNV Süd und ergänzt: „Die Elektrifizierung muss eingebunden werden in ein Gesamtkonzept zum Infrastrukturausbau in der südlichen Pfalz. Wir wollen nicht nur elek-trische Züge, sondern auch die Möglichkeit schaffen, mit mehr Zügen zwischen Landau und Karlsruhe den Nahverkehr auszubauen. Deshalb muss die Signaltechnik zwischen Landau und Karlsruhe umfassend modernisiert und der heute noch eingleisige Abschnitt zwischen Wörth und Winden auf künftig zwei Gleise erweitert werden“.

Der für den pfälzischen und rheinhessischen Nahverkehr auf der Schiene verantwortliche Zweckverband bereitet derzeit, gemeinsam mit den Ländern Baden-Württemberg und Saarland, eine große Ausschreibung von Nahverkehrsleistungen in der Süd- und Westpfalz vor, welche Züge bis Karlsruhe und Saarbrücken einschließt. Die Regional-Express- und Regionalbahnen zwischen Neustadt/W und Karlsruhe sind dabei ein tragendes Element: „Wir wollen den pfälzischen Nahverkehr modernisieren und dabei elektrisch angetriebene Fahrzeuge zum Einsatz bringen. Dies muss aber wegen der ergänzenden Infrastruktur wie z.B. Ladestellen und Oberleitung rechtzeitig geplant werden. Wir benötigen deshalb vom Bund schnell verlässliche Aussagen darüber, wann mit der Elek-trifizierung zu rechnen ist. Wir müssen wissen, ob wir mit Fahrzeugen und normaler Oberleitung planen können oder Triebwagen mit Energiespeicher, wie Batterien oder Wasserstoff, benötigen. Diese Entscheidungen müssen spätestens im kommenden Jahr getroffen werden, sonst wird das Konzept und damit die Modernisierung des Nahverkehrs blockiert“, erklärt der Germersheimer Landrat.

Wie das rheinland-pfälzische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau im Rahmen der Sitzung des zuständigen Landtagsauschusses am 6. Dezember mitteilte, kann mit einer Freigabe der Mittel für die Planung einer Elektrifizierung der Bahnstrecke Neustadt – Wörth (-Karlsruhe) durch den Bund erst nach einer Verabschiedung des entsprechenden Förderprogramms des Bundes (vsl. erst Ende 2019) gerechnet werden. Im Übrigen sei das Projekt lt. Auskunft des Bundes nicht gesetzt, sondern müsse wie andere Projekte auch für das neue Programm angemeldet werden. Ob es zum Zuge kommt, hänge von den Förderkriterien, dem konkreten Mittelbedarf sowie der finanziellen Dotierung des Gesamtprogrammes ab.

Damit ist aus Sicht von Landrat Dr. Brechtel klar, „dass es einer gemeinsamen Kraftanstrengung bedarf, das Projekt von der Idee in eine konkrete Umsetzung zu bringen“. Er betont, dass der ZSPNV Süd die Neuvergabe der Regionalverkehrsleistungen voranbringen müsse, weil der derzeitige Vertrag bald auslaufe und die dort eingesetzten Fahrzeuge an das Ende der kundengerechten Einsatzmöglichkeiten sowie ihrer wirtschaftlichen Nutzungszeit gelangen. Er appelliert deshalb an die vier südpfälzischen Bundestagsabgeordneten von CDU, Grüne, SPD und FDP, weiterhin gemeinsam an einem Strang zu ziehen, um auf Bundesebene für die Aufnahme in die Elektrifizierungsförderung zu werben. „Die Elektrifizierung wäre eine große Chance, den Nahverkehr in der südlichen Pfalz voranzubringen“, erklärt Landrat Dr. Brechtel abschließend. (ps)

<- Zurück zur Übersicht