Presseberichten zufolge soll in Zweibrücken auf Initiative der örtlichen Einzelhändler und des City-Managements sowie der kommunalen Wirtschaftsförderung ein virtuelles Kaufhaus mit online-Handelsplattform entstehen. Das Projekt wurde auf den Weg gebracht und soll als Pilotprojekt von der Landesregierung gefördert werden. Die Stadt Zweibrücken leistet eine Anschubfinanzierung. Zur Verschönerung des Stadtbildes hat Zweibrücken ein Fassadenprogramm aufgelegt. Anstriche oder Putzarbeiten an Privathäusern werden mit bis zu 1000 Euro von der Stadt bezuschusst.

Dazu erklärt der Vorsitzende der LINKEN Pirmasens, Frank Eschrich:

„Der Prophet gilt nichts im eigenen Lande. Dieses Sprichwort bewahrheitet sich beim Blick auf die Nachbarstadt Zweibrücken. In Pirmasens wird im Stadtrat der Zustand des Winzlerviertels zwar ausführlich beklagt, konkrete Maßnahmen zur kommunalen Stadtbildpflege wollte man aber nicht einleiten. Als die Linksfraktion im Pirmasenser Stadtrat im Jahr 2016 die Auflage eines kommunalen Fassaden- und Geschäftsflächenprogramms sowie einen Verfügungsfonds aus Stadt und Privaten für deren Finanzierung beantragt hat, wurde dies in Bausch und Bogen abgelehnt.

Heute macht uns Zweibrücken vor, wie es geht und wie man auch als Stadt mit hoher Arbeitslosigkeit und Strukturproblemen Eigeninitiative entwickelt, statt einfach nur herum zu nölen.

Auch die von der LINKEN Pirmasens erst vor kurzem im Stadtrat vorgestellte Idee, stationären und online Handel miteinander zu verknüpfen und die Initiative für ein virtuelles Kaufhaus mit online-Handelsplattform zu ergreifen, wird nun in Zweibrücken und nicht in Pirmasens umgesetzt. Legendär sind insbesondere die inhaltlichen Widersprüche des Erich Weis (CDU): Als bei der Debatte zum Winzlerviertel das Bäckereien und Metzgereien-Sterben betrauert wurde, sagte der Einzelhandelssprecher, dies sei dem Marktgeschehen und Konsumverhalten der Kunden geschuldet. Noch weitaus deutlicher als diese Binsenweisheit liegen die Zuwächse des Online-Handels zu Tage. An dieses Konsumverhalten will sich der Pirmasenser Einzelhandelsverband aber nicht anpassen – nicht einmal den Versuch starten. Das ist Ausdruck der berüchtigten Pirmasenser Schlafmützigkeit und teure Einzelhandelskonzepte kann man sich zukünftig sparen.

Solange die politischen Verhältnisse in Pirmasens so bleiben, wie sie sind, wird sich an der desolaten Situation der Stadt nichts ändern.

Weder in der Stadtentwicklung, noch im Einzelhandel und schon gar nicht im Sozialbereich.“

Frank Eschrich, Vorsitzender DIE LINKE Pirmasens

 

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