– Ein Beitrag von Sabine Schäfer, Die Linke – 

Eigentlich sollte in Corona Zeiten alles ganz einfach und schnell funktionieren. Aber ist das auch wirklich so?
Es ist schon erstaunlich, wie gewissenhaft die Jobcenter während der Corona Pandemie arbeiten. Schön ist es, dass man endlich Anträge, Widersprüche und Schriftstücke ganz einfach per Email übermitteln kann. Auch die Hotline funktioniert soweit ganz gut, nur dass man seine Belange mit den Mitarbeitern der Hotline auch nicht aufarbeiten kann. Sollte dann, wider Erwarten, ein Rückruf eines zuständigen Sachbearbeiters eingehen, bringt auch das meist keine Lösung des Problems.
Am meisten freut man sich natürlich darüber, wenn man am Wochenende mit Post vom Jobcenter bombardiert wird.
Da fällt dem Jobcenter-Mitarbeiter auf, dass noch Überbezahlungen zu bearbeiten sind vom Zeitraum 2010 – 2013 (als Beispiel). Das muss natürlich sofort raus an den Hilfebedürftigen. Oder der Mitarbeiter stellt fest, dass noch Unterlagen fehlen, die der Hilfebedürftige aber schon doppelt und dreifach über verschiedene Wege eingeliefert hat, die aber momentan nicht auffindbar sind.
Und dann diese ständigen „Aufforderungen zur Mitwirkung“. Da müssen zumindest zwei Bescheide raus pro Woche. Was das alles an Papier und Porto kostet, obwohl doch die Arbeitsagentur immer wieder darauf hinweist, dass sparsam mit den Steuergeldern umgegangen werden muss. Der Hilfebedürftige steht dann da und fragt sich, was er denn verbrochen hat, dass man ihm so übel mitspielt. Denn trotz aller eingelieferten Dokumente, Anhörungen zu Überbezahlungen gibt es doch wieder einmal kein Geld.
Und er fragt sich weiter, wie viele Mitarbeiter wieder mal seine Akte in Händen hatten und warum nicht wenigstens einer davon die Sachlage verstanden hat und auf den Auszahlungsknopf drückt.
Dazu muss man wissen, dass die Bescheide der Jobcenter elektronisch gefertigt und auch ohne Unterschrift gültig sind.  Der Ansprechpartner fehlt und meist ist dann bei einem Fehler kein Verursacher vorhanden. Und leider machen die Jobcenter Mitarbeiter Fehler, immer und immer wieder.
Ja, die Jobcenter Mitarbeiter gehören in dieser Zeit zu den Vielbeschäftigten. Sie lassen keine Gelegenheit aus, ganz tief in die Materie einzudringen und alles mögliche hervor zu zaubern.
Der Hilfebedürftige, der sich nichts zu Schulden hat kommen lassen, wartet brav auf sein Geld und überlegt gleichzeitig, wie er bis dahin über die Runden kommen soll.

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