-Preisverleihung für Studenten der TU Kaiserslautern-

Das Preisgeld sei sicherlich „ein schönes Zubrot“, aber die gesellschaftliche Anerkennung der jeweiligen persönlichen Leistung sei viel bedeutsamer, sagte Hartmut Rohden, Vorstandsmitglied der Kreissparkasse Kaiserslautern, bei der 34. Preisverleihung der Kreissparkassen-Stiftung für die Technische Universität Kaiserslautern. Eine solche Auszeichnung in seinem persönlichen Lebenslauf vorweisen zu können, sei eine Empfehlung nicht nur auf dem Arbeitsmarkt sondern beispielsweise auch bei Gesprächen für eine unternehmerische Selbständigkeit. „Diese Auszeichnung ist ein objektiver und sichtbarer Vorteil“, betonte Rohden und forderte den wissenschaftlichen Nachwuchs auf: „Setzen Sie Ihr Wissen zum Wohle der Gesellschaft ein!“ Man komme sehr gerne dem öffentlichen Auftrag nach, aus den Geschäftsgewinnen einen Teil wiederum in der Region für gemeinnützige Zwecke auszuschütten. Deutschlandweit unterhält die Sparkassenorganisation über 700 Stiftungen mit einem Stiftungskapital von etwa 1,7 Milliarden Euro.

Landrat Ralf Leßmeister sprach als Vorsitzender des Verwaltungsrats und des Stiftungskuratoriums der Kreissparkasse Kaiserslautern seinen Dank aus, dass sie „seit vielen, vielen Jahren ermöglicht, diese Preise zur Verfügung stellen zu können“ und damit Forschung, Wissenschaft und Innovation unterstützt. Angeregt durch die vorgestellten Abschlussarbeiten stellte er in vielen Fällen Bezüge zu Fragestellungen im Landkreis her und würdigte so deren Praxis- und Anwendungsbezug. Ein Max Planck-Wort zitierend, rief Leßmeister den Jungforschern zu, dass neue wissenschaftliche Wahrheiten nie ihre Gegner überzeugten, sondern man auf jene Generation vertrauen müsse, die mit diesen neuen Wahrheiten bereits heranwachse.

Professor Arnd Poetzsch-Heffter, Vizepräsident der Technischen Universität Kaiserslautern, betonte, die Stiftung bilde „eine gute Tradition und feste Größe“ an der TU und „gibt viel Stabilität in Zeiten, wo viel im Fluss ist“. Fortschritt, Weiterkommen, Neuerungen seien allesamt in der Wissenschaft schon selbst fest mitangelegt, daher sei es schön zu sehen, dass die nachwachsende Wissenschaftlergeneration die Welt im Fluss hält. „Gemeinsam sind wir richtig stark“, sagte Poetzsch-Heffter und sprach damit die Vernetzung und den nachhaltigen Dialog zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft an, wobei er die Stadt und die Region Kaiserslautern als ein Ganzes verstehe. Die nun gewürdigten Abschlussarbeiten seien für jeden Kandidaten eine besondere Sache, das sei nichts, was man so nebenbei mache. Es bedürfe der Leidenschaft, Engagement, Ausdauer, um auch Schwierigkeiten zu überwinden. Daher sei es eine „tolle individuelle und ausgezeichnete Leistung“, sagte der TU-Vizepräsident.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung im Deutschordensaal vom Saxophon-Ensemble Sax Pur von der Kreismusikschule.

In diesem Jahr hat das Stiftungskuratorium fünf Masterarbeiten und zwei Bachelorarbeiten als preiswürdig ausgewählt und mit jeweils 400 Euro bedacht. Die Stiftung verfügt über ein Kapital von 250.000 Euro, aus dem jährlich Innovationen in Wissenschaft und Forschung bei der Universität Kaiserslautern gefördert werden. Besonderes Augenmerk haben dabei Forschungsprojekte, die der heimischen Industrie und Wirtschaft dienen.(ps)

 

Hier die Preisträger:

Eva Marie Hupfer (Fachbereich Bauingenieurwesen) erhielt für ihre Bachelorarbeit über die Standfestigkeit von Beton in Gebäuden die Auszeichnung. Die in Kaiserslautern Geborene hatte bereits im Physikabitur einen Preis erhalten und das Studium jetzt mit Bestnote abgeschlossen. Ihre Erkenntnisse helfen bei Bestandsbauten leichter an notwendige Berechnungen wie die Maßzahl für Betonfestigkeit zu kommen, wie Betreuer Professor Dr.-Ing. Jürgen Schnell sagte.

David Alexander Breitbach (Fachbereich Physik) sei mit seiner Bachelorarbeit zum Problemlöser geworden, sagte sein Betreuer Prof. Dr. Burkard Hillebrands. Breitbach befasst sich mit Grundlagenforschung in der Datenverarbeitung und setzt dabei auf einen Paradigmenwechsel, indem er statt mit Teilchen nun mit Wellen rechnet. Das könnte eingesetzt werden, damit bspw. Handys nicht mehr Hitze abstrahlen und weniger Energie verbrauchen.

Larissa Mühe (Fachbereich Biologie) wurde für ihre Masterarbeit im Bereich Fisch-Aqua-Farming ausgezeichnet. Mit ihrem Arbeitsergebnis sei es jetzt möglich, bisher notwendige Untersuchungskosten von Ökosystembelastungen bei Aquafarmen auf ein Fünftel zu reduzieren. Das sei bedeutsam als Zukunftstechnologie, da bei weltweit 30 Millionen verzehrten Lachsportionen pro Tag bereits heute schon der überwiegende Anteil aus Lachsfarmen stamme, sagte Betreuer Prof. Dr. Thorsten Stoeck. Deshalb müsse das Ökosystem des Meeresbodens, über dem die Fischfarmen installiert sind, schnell und genau beobachtbar sein.

Verena Kirsch (Fachbereich Chemie) untersuchte in ihrer Masterarbeit die womöglichen giftigen Anteile von Biertreber. Etwa 400.000 Tonnen Biertreber fallen europaweit als Nebenprodukt bei der Bierproduktion an. Einer Idee aus Belgien folgend prüfte sie die Unbedenklichkeit in toxischer Hinsicht, was bedeutsam für eine weitere Verwendung des Braurückstandes ist, erläuterte Betreuerin Prof. Dr. Elke Richling.

Jonas Greiner (Fachbereich Elektro- und Informationstechnik) erhielt den Preis der Stiftung für seine Masterarbeit, in der er ein Modell beschrieb, wie einer Überlastung von Stromnetzen durch einen Regler vorgebeugt werden kann. Dabei orientierte er sich an neuronalen Netzen, die nach einer unterbrochenen Verbindung entscheidende Informationen an den Regler geben können, wie Betreuer Dipl. -Ing. Stefan Lang in Vertretung für Prof. Dr. Wolfram Wellßow erklärte.

Sophie Ellen Soo-Mee Zakrzewski (Fachbereich Informatik) beschäftigte sich in ihrer Masterarbeit mit Fragen des Mikroklimas. Dabei stellte sie computerbasierte Mikroklima-Simulationen her und benutzte relativ stabile Umweltparameter wie sie beispielsweise in Phoenix Arizona vorherrschen. Besonders die Internationalität heutiger Forschungsarbeiten stellte Betreuer Prof. Dr. Hans Hagen lobend heraus.

Christin Swatek (Fachbereich Raum- und Umweltplanung) gelang mit ihrer Masterarbeit eine innovative Arbeit, wie Betreuer Prof. Dr. Holger Schmidt sagte. Swatek beschreibt Strategien, wie Kommunen private Eigentümer von Wohnimmobilien animieren könnten, innerörtliche, leerstehende Gebäude zu restaurieren. Es gebe einen „Donut-Effekt“, so Schmidt, womit er die Tendenz in Dörfern beschrieb, nach außen in Neubaugebiete hinein zu wachsen, obwohl im Dorfkern viel potenzielle Wohnflächen vorhanden seien.

 

Foto: v.li.: Hartmut Rohden, Prof. Dr. Hans Hagen, Prof. Dr. Thorsten Stoeck, Sophie Ellen Soo-Mee Zakrzewski, Prof. Arnd Poetzsch-Heffter, Larissa Frühe, Prof. Dr.-Ing. Jürgen Schnell, Eva Marie Hupfer, Prof. Dr. Holger Schmidt, Christin Swatek, Dipl.-Ing. Stefan Lang, Jonas Greiner, Prof. Dr. Elke Richling, Verena Kirsch, Prof. Dr. Burkard Hillebrands , David Alexander Breitbach, Landrat Ra

 

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