Der rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister Prof. Konrad Wolf hat die beiden Universitäten vor vollendete Tatsachen gestellt. Wie bereits mehrfach in der Presse berichtet, sind Studierende, wissenschaftliche Mitarbeitende wie auch Professorinnen und Professoren so gut wie gar nicht konsultiert worden. Die Hochschulleitungen allenfalls unter der Zusage der Verschwiegenheit. Dementsprechend groß sind die Vorbehalte an beiden Universitäten. Beide Hochschulen sind grundverschieden. Die Technische Universität Kaiserslautern ist forschungsstark und geprägt von der naturwissenschaftlich-technischen Ausprägung und von einer Vielzahl anliegender selbständiger Institute. Der Standort Landau der Universität Koblenz-Landau ist stark in den Bildungswissenschaften, Psychologie und Umweltwissenschaften. Entsetzen besteht bei den vielen an den Universitäten darüber, dass der Wissenschaftsminister offenbar eine Entscheidung herbeigeführt hat, ohne einen schlüssigen Plan für die Fusion der diametralen Einrichtungen zu haben. Diesen hätte man unter Einbezug der Fachleute beider Hochschulen erarbeiten können. Insbesondere, dass bisher die Senate beider Universitäten nicht beteiligt wurden, halten wir für einen schweren Fehler im Vorfeld. Die Betroffenen müssen mitgenommen, externe Unterstützung abgerufen werden, sonst kann keine gute Fusion gelingen.

Dr. Michael Kunte, Geschäftsführer eines Sonderforschungsbereiches an der TU Kaiserslautern und grüner Stadtratskandidat Kaiserslautern: „Für die Stadt Kaiserslautern ist es essentiell, die aktuelle Transformation zur Wissenschaftsstadt nicht zu gefährden. Die Institute in Campusnähe brauchen eine forschungsstarke Uni. Daher darf das Forschungsprofil der TU Kaiserslautern nicht an Stärke verlieren. Die Unsicherheit der aktuellen Situation kann zu Abwanderungen führen, die sich keiner der beiden Standorte leisten kann.“

„Mit ‚Bildung, Mensch, Umwelt‘ hat der Standort Landau sich in den letzten Jahrzehnten ein gutes Profil erarbeitet, in dem wir sowohl forschungsstark sind, als auch viele Drittmittel einwerben. Für uns Landauer GRÜNE ist wichtig, dass der Universitätsstandort Landau in seiner aktuellen Stärke mit seinem Fächerkanon erhalten bleibt“, ergänzt Lukas Hartmann, Fraktionsvorsitzender der Landauer Grünen und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität.

Am Ende muss eine Stärkung beider Standorte stehen. Um das zu erreichen, sind zügige, vom Land bezahlte Investitionen in die marode Infrastruktur sowohl in Kaiserslautern als auch in Landau, eine Erhöhung der Grundfinanzierung auf Grundlage eines soliden Finanzierungskonzeptes des Landes und eine langfristige Standortgarantie für alle Fächer an beiden Standorten nötig. Außerdem sollte eine Universität Kaiserslautern-Landau nicht den Fehler der Universität Koblenz-Landau wiederholen, weshalb es eine S-Bahn-Linie Kaiserslautern-Landau-Karlsruhe braucht. Am Ende des Prozesses sollte eine Neugründung stehen, kein Anschluss eines Standortes an den anderen.

Dr. Michael Kunte und Lukas Hartmann
Grüne Kaiserslautern und Grüne Landau

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