Am 31. Oktober 2018 traf sich der Psychiatriebeirat von Stadt und Landkreis Kaiserslautern zu seiner jährlichen Sitzung. In den Räumen der DiPro Kaiserslautern begrüßte der städtische Beigeordete Joachim Färber gemeinsam mit dem Kreisbeigeordneten Peter Schmidt die anwesenden Mitglieder des Psychiatriebeirats. Hauptthema der Sitzung waren die von der Chefärztin der Klinik für Psychiatrie Kaiserslautern, Dr. Gudrun Auert, thematisierten Grundzüge der neu eingeführten stationsäquivalenten Behandlung und den Stand der Umsetzung in der Region.

Im Rahmen des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) hat der Gesetzgeber die stationsäquivalente psychiatrische Behandlung als neue Krankenhausleistung für psychisch Kranke definiert. Dabei handelt es sich um eine Krankenhausbehandlung im häuslichen Umfeld des Patienten, welche durch mobile, ärztlich geleitete multiprofessionelle Behandlungsteams erbracht werden soll. Die neue Behandlungsform kann in medizinisch geeigneten Fällen anstelle einer vollstationären Behandlung erfolgen, da sie dieser hinsichtlich der Inhalte sowie der Flexibilität und Komplexität entspricht. „Gerade bei Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen stößt die traditionelle Aufteilung in ambulante, tagesklinische und stationäre Versorgung häufig an ihre Grenzen“, informiert Färber und freut sich, dass nun der seit langem geforderten Vernetzung Rechnung getragen werde.

Bundesweit gebe es bereits sehr positive Erfahrungen mit dem auch unter dem Begriff „Häusliche Behandlung“ firmierenden Angebot, das im Rahmen von Modellprojekten in 19 Kliniken bundesweit erporobt wurde.

Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung wurde weiterin die Zunahme der gerontopsychiatrischen Krankheitsbilder, allen voran die demenziellen Erkrankungen thematisiert. So gibt es seit einiger Zeit u.a. eine eigene Tagesbetreuung für diesen Perosnenkreis, um individueller auf die therapeutischen Bedarfe dieser Patienten eingehen zu können. „Wir müssen den demografischen Wandel ernst nehmen und die älteren Menschen unterstützen“, sagte Färber.

Auch das Psychosoziale Zentrum (PSZ) Westpfalz wurde thematisch aufgegriffen. Hier bietet der DRK-Kreisverband Kaiserslautern im Auftrag des Integrationsministeriums Rheinland-Pfalz eine Einrichtung zur Versorgung von traumatisierten geflüchteten Menschen und Folteropfern in Kaiserslautern Stadt und Landkreis, dem Kreis Kusel, dem Landkreis Südwestpfalz, dem Donnersbergkreis, Zweibrücken und Pirmasens an. Die frühzeitige Erkennung von Traumata und deren Behandlung stehen im Vordergrund der Arbeit. Diese soll dazu beitragen, dass sich psychische Störungen nicht verfestigen und sich so negativ auf die Integration und gesellschaftliche Teilhabe auswirken. Die psychosozialen Zentren bieten Beratung und Information, Diagnostik und Therapie, Gutachten und Stellungnahmen, Gruppenangebote und Fortbildungen.

Darüberhinaus sind die Mitarbeiter des PSZ auch Ansprechpartner für all jene, die in Beruf oder Ehrenamt mit Folteropfern und anderweitig traumatisierten Geflüchteten in Kontakt stehen und fachkundige Hilfe benötigen. (PS)

<- Zurück zur Übersicht