Heute: Das Kinderkrankengeld

Krankenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Rentenversicherung, Grundsicherung, Unfallversicherung und Sozialhilfe – Begriffe, die schon jeder gehört hat und ganz selbstverständlich in unserem Alltag integriert sind. Geregelt ist all das im sehr umfangreichen und vor allen Dingen unübersichtlichen Sozialgesetzbuch, welches aus zwölf Büchern, dem SGB I – XII, besteht.

Um sich etwas in diesem Sozialrechtsdschungel zurecht zu finden, stelle ich Ihnen in loser Reihenfolge sozialrechtliche Ansprüche vor.

Das Kinderkrankengeld

Dass ein Arbeitnehmer im Krankheitsfalle nach Ablauf von sechs Wochen Anspruch auf Zahlung von Krankengeld durch die Krankenkasse hat, weiß wohl jeder. Aber wussten Sie auch, dass Sie als Arbeitnehmer einen Anspruch auf Kinderkrankengeld haben, wenn Sie Ihr krankes Kind zu Hause betreuen müssen? Dies ist in § 45 SGB V geregelt. Dies gilt allerdings nur für Kinder bis zu ihrem 12. Lebensjahr und kann pro Kind maximal für zehn Tage im Jahr in Anspruch genommen werden. Wenn Sie alleinerziehend sind, können Sie für 20 Tage Kinderkrankengeld beziehen. Sofern mehrere Kinder im Laufe eines Jahres erkranken, dann haben Sie diesen Anspruch für maximal 25 Arbeitstage, wenn Sie alleinerziehend sind, für 50 Arbeitstage. Ausnahmen für diese zeitliche Begrenzung gibt es für die Betreuung von todkranken Kindern und auch von behinderten Kindern.

Ihr Arbeitgeber hat Sie während dieser Zeit freizustellen, muss aber dann natürlich keinen Lohn zahlen. In der Regel beträgt das Kinderkrankengeld 90 % des Nettolohns. Es sind sogar 100 Prozent, sofern Sie in den letzten 12 Kalendermonaten vor dem Krankengeldbezug Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld erhalten haben. Allerdings gibt es auch nach oben eine Grenze: das Kinderkrankengeld darf 70 Prozent der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung nicht übersteigen. Von dem so berechneten Betrag werden noch die Beiträge für die Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung abgezogen. Während des Bezuges von Kinderkrankengeld müssen Sie aber keine Krankenversicherungsbeiträge zahlen.

Das Kinderkrankengeld müssen Sie bei Ihrer Krankenkasse beantragen, hierfür benötigen Sie eine entsprechende Bescheinigung des behandelnden Arztes.

Und zu guter Letzt: der Anspruch kann nur von einem Elternteil geltend gemacht werden. Allerdings kann der Anspruch z.B. des Vaters auf die Mutter übertragen werden, sodass diese dann pro Kind 20 Arbeitstage Kinderkrankengeld beziehen kann. Allerdings muss der Arbeitgeber zustimmen.

von Rechtsanwältin Rebekka Haase, Landstuhl

 

 

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