Unter diesem Motto fand am Mittwochabend in Ramstein-Miesenbach im Haus des Bürgers eine Informationsveranstaltung der Kanzlei Feth & Haase aus Landstuhl statt. In der folgenden Stunde informierte Rechtsanwältin Rebekka Haase, die sich schon seit nahezu zwanzig Jahre mit diesem Thema beschäftigt, über Fragen zu Patientenverfügungen, Vorsorgevollmachten und Betreuungsverfügungen.

Schon beim Eintreffen der Zuhörer kam man ins Gespräch und eine Besucherin brachte es auf den Punkt: „Man schiebt das so gerne vor sich her!“ Dies war dann auch der Anknüpfungspunkt für den äußerst lebhaften Vortrag von Rechtsanwältin Haase, die mit zahlreichen Beispielen aus ihrer anwaltlichen Praxis ihre Informationen greifbar darzustellen vermochte.

„Rechtliche Vorsorge-aber richtig!“- diesen Slogan erklärte Rechtsanwältin Haase in der Einleitung kurz und bündig: Die Verfügungen, gerade die Patientenverfügung, müssen richtig formuliert werden, damit sie dann später auch „halten“ können. Auch die richtige Aufbewahrung ist wichtig, denn was nützt die beste Patientenverfügung, wenn niemand von ihr weiß oder sie nicht direkt vorgelegt werden kann. Und im Fall der Fälle muss der Wille des Patienten eventuell auch richtig durchgesetzt werden, daher ist die Vorsorgevollmacht so wichtig.

Rechtsanwältin Haase beschrieb das Prozedere, wenn ein Patient bewusstlos im Krankenhaus liegt und medizinische Entscheidungen getroffen werden müssen. Die Erstversorgung wird natürlich vorgenommen, aber bei allen weiteren Fragen braucht das Krankenhaus einen berechtigten Ansprechpartner. Und dies sind eben nicht automatisch der Ehepartner oder die Kinder. Die Ärzte werden zwar mit ihnen reden, um den Patientenwillen zu ermitteln, wenn es aber um grundlegenden Entscheidungen geht, müssen auch die Familienangehörigen rechtlich legitimiert sein. Liegt keine Vorsorgevollmacht vor, dann informiert das Krankenhaus das örtlich zuständige Amtsgericht, welches dann eine gesetzliche Betreuung einrichtet. Im besten Fall wird ein Familienangehöriger eingesetzt, sind diese aber unbekannt, dann wird ein fremder Berufsbetreuer bestimmt. Und das ist eigentlich das, was viele Menschen nicht wollen: dass auf einmal ein Fremder entscheidungsbefugt ist.

In diesem Zusammenhang kamen dann schon direkt erste Fragen aus dem Publikum: „Ist es sinnvoll meine drei Kinder als Bevollmächtige einzusetzen?“ oder „Meine Kinder leben in den USA. Kann ich sie dennoch als Bevollmächtigte einsetzen?“ oder „Gilt denn die Vollmacht auch über meinen Tod hinaus?“

Auch zur Patientenverfügung gab es allgemeine Fragen: „Muss die Patientenverfügung alle zwei Jahre erneuert werden?“ oder „Wer entscheidet denn, ob ich geschäftsfähig war, als ich die Verfügung erlassen habe?“

Nach einer lebhaften guten Stunde bedankte sich Rechtsanwältin Haase für das rege Interesse und gab ihren Zuhörern noch eine Bitte auf den Weg: „Schieben Sie Ihre Vorsorgeverfügungen nicht mehr vor sich her, setzen Sie sie um!“ (ps)

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