– Die Stadt entwickelt ein neues Konzept für das Leben im Alter – und will dabei ausdrücklich auf die Erfahrungen und Wünsche der Menschen hören. Den Anfang macht eine öffentliche Veranstaltung am 20. August –
Älter werden wir alle. Die interessantere Frage ist deshalb, wie wir älter werden wollen – und was eine Stadt dazu beitragen kann, damit ihre Bürger möglichst lange selbstbestimmt leben, am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und im Bedarfsfall die richtige Unterstützung finden.
Genau darum soll es in Kaiserslautern in den kommenden Monaten gehen. Die Stadt beginnt mit der Entwicklung eines seniorenpolitischen Konzepts und möchte dabei ausdrücklich nicht allein am Schreibtisch planen. Gefragt sind vielmehr die Erfahrungen, Wünsche und Ideen der Menschen, die es unmittelbar betrifft.
Den Startschuss gibt eine öffentliche Auftaktveranstaltung am Donnerstag, 20. August, ab 14 Uhr im Edith-Stein-Haus. Eingeladen sind ältere Menschen und ihre Angehörigen ebenso wie Vereine, Institutionen, Fachkräfte aus Altenhilfe und Pflege sowie alle anderen, die sich mit eigenen Ideen beteiligen möchten.
Was gibt es schon – und was fehlt?
Der Stadtrat hatte die Verwaltung im Februar mit der Erstellung des neuen Konzepts beauftragt. Dabei soll zunächst durchaus auch eine Bestandsaufnahme vorgenommen werden: Welche Angebote für ältere Menschen gibt es bereits in Kaiserslautern? Wo funktionieren die vorhandenen Strukturen gut? Und an welchen Stellen gibt es Lücken oder neue Bedürfnisse?
„Kaiserslautern verfügt bereits über viele engagierte Akteure sowie zahlreiche Angebote für ältere Menschen“, sagt Sozialdezernentin Anja Pfeiffer, die auch die Auftaktveranstaltung begleiten wird. Diese bestehenden Strukturen wolle man sichtbar machen, stärken und weiterentwickeln. Dabei gehe es ausdrücklich nicht darum, neben vorhandenen Angeboten neue Doppelstrukturen aufzubauen. Stattdessen wolle die Stadt dort ergänzen, wo tatsächlich Handlungsbedarf bestehe.
Und um herauszufinden, wo genau der Schuh drückt, sollen diejenigen zu Wort kommen, die sich mit dem Thema auskennen – sei es aus eigener Lebenserfahrung, durch die Pflege und Unterstützung von Angehörigen, durch ehrenamtliches Engagement oder aus beruflicher Perspektive.
Mitreden statt fertige Pläne präsentiert bekommen
Drei große Themenfelder stehen im Mittelpunkt. Zum einen geht es darum, wie ältere Menschen weiterhin am gesellschaftlichen Leben und an politischen Entscheidungen beteiligt werden können. Ein zweiter Bereich beschäftigt sich mit Begegnungsmöglichkeiten und ehrenamtlichem Engagement.
Und schließlich geht es um eine Frage, die mit zunehmendem Alter immer wichtiger werden kann: Welche Beratungs- und Unterstützungsangebote braucht es, damit Menschen möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben führen können?
Bei der Auftaktveranstaltung werden zunächst die Rahmenbedingungen vorgestellt. Anschließend sollen gemeinsam erste Themen, Wünsche und Ideen gesammelt werden.
Damit ist die Arbeit allerdings noch lange nicht beendet. Rund zwölf Monate sind für den gesamten Prozess vorgesehen. Im Herbst sollen Workshops folgen, in denen die gesammelten Vorschläge weiterentwickelt werden. Daraus sollen schließlich konkrete Handlungsempfehlungen entstehen, die nach ihrer Priorität geordnet und anschließend den politischen Gremien zur Beratung und Entscheidung vorgelegt werden.
Wer bei den Veranstaltungen nicht persönlich dabei sein kann, soll ebenfalls Gelegenheit zur Beteiligung bekommen. Im Laufe des Prozesses sind auch digitale Möglichkeiten vorgesehen. Ergebnisse aus Veranstaltungen und Workshops sollen außerdem öffentlich zugänglich gemacht werden.
Damit beginnt am 20. August kein fertiges Programm für die kommenden Jahre, sondern zunächst eine große Bestandsaufnahme mit einer einfachen Frage: Was braucht Kaiserslautern, damit man hier auch im Alter gerne und gut leben kann? (red)
Info:
Die Auftaktveranstaltung beginnt am Donnerstag, 20. August, um 14 Uhr im Edith-Stein-Haus in Kaiserslautern. Weitere Informationen zur Beteiligung gibt es auf dem Portal KL MitWirkung – Seniorenpolitisches Konzept.



