„Athletiktraining und aktuelle Wettkampftechniken“ war das Thema einer bundesweiten Trainerfortbildung des Deutschen Judobundes. Gemäß dem Motto „Mit mehr Kraft kannst du besser werfen!“, stellte Simon Schell, Athletiktrainer des Nationalkaders, das Grundprinzip des Krafttrainings in diesem Hochleistungsbereich vor.

Sechs zentrale Übungen sind die Grundlage für die Muskelbereiche Beine, Rumpf und Arme. Mit Varianten und Ergänzungsübungen werden die Periodisierungsbereiche Kraftausdauer, Muskelaufbau, Maximalkraft und IK-Training (wenige Wiederholungen bei maximal möglicher Belastung) der Athleten in der Art gestaltet, dass trotz des vollen Wettkampfkalenders ein Optimum an Kraftfähigkeiten aufgebaut werden kann.

Das andere Thema des Lehrgangs im Olympiastützpunkt Köln beinhaltete aktuelle Wettkampftechniken. Lehr- und Prüfungsreferent Ralf Lippmann stellte mit Mareen Kräh deren Hausarbeitsthema in der Praxis vor: Was passiert fünf Sekunden vor einer erfolgreichen Wurfwertung?

Dabei drehte sich alles um einen unerwarteten Angriff zur anderen Seite. Um den Gegner zu überraschen, wird sozusagen mit dem rechten Griff am Kimono unorthodox nach links geworfen.

Dabei stehen durchaus spektakuläre Aktionen, die aber letztendlich nach meiner Meinung nicht den erhofften durchschlagenden Erfolg bringen.


Spektakulär, aber ohne Wertung

Außerdem kann der Reflex des Verteidigers sich abzustützen zu nicht unerheblichen Verletzungen des Ellenbogens führen, wie Fotos von der Judo-Weltmeisterschaft in Tokio 2019 zeigen.

Dessen ist man sich in der Führungsetage des DJB durchaus bewusst und einer Überstreckung des Armgelenkes wird versucht, mit entsprechenden Tapeverbänden am Ellenbogengelenk vorzubeugen (siehe Judomagazin Ausgabe Januar 2020, Seite 40 bis 42).

Nach meiner Meinung ist ein Spezialisieren im Nachwuchsbereich auf solche Strategien vehement abzulehnen.

Dies ist wieder ein Beispiel dafür, dass Hochleistungssport im Grunde genommen einen ganz eigenen Weg geht.  So ergeben an der Basis Wettkampfregeln, die im Spitzensport ihre Berechtigung haben, manchmal keinerlei Sinn.

Text und Fotos: Bodo Hoffmann

 

 

 

 

 

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