Seit Mitte März bestimmt die Corona-Krise das Leben der Menschen in Deutschland. Nach über zwei Monaten gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Stillstand werden die Lockerungen von den Menschen sehnlich begrüßt – und doch scheint ein Leben wie „vor Corona“ noch in weiter Ferne. Hart getroffen wurde von den Einschränkungen auch das Vereinsleben, das vielerorten nahezu zum Erliegen gekommen ist. Das Westpfalz-Journal sprach mit Achim Wätzold, dem Sportwart des Turn-Teams Sickingen, über den Turnsport und das Vereinsleben in Zeiten von Corona.

Westpfalz-Journal: Herr Wätzold, wie hat die Corona-Krise Ihren Verein getroffen, kam das überraschend oder hatten Sie Zeit, sich darauf vorzubereiten?
Achim Wätzold: Ich hatte eine Art Vorahnung, bedingt durch die Erfahrungen, die ich an meinem Arbeitsplatz in der Schule gemacht habe. Aber wirklich Zeit, uns auf das, was dann kam, vorzubereiten, hatte glaube ich niemand. Wir haben uns dann innerhalb des Vorstandes vom Turn-Team Sickingen dazu entschlossen, den Sportbetrieb am 13. März einzustellen.

Westpfalz-Journal: Konnten Sie während des Lock-Downs den Sportbetrieb aufrechterhalten – und wenn ja wie?
Achim Wätzold: Wir haben Trainingspläne für unsere Kids herausgegeben, die es gewohnt sind, außerhalb der Trainingseinheiten und zuhause zu trainieren. Ergänzt haben wir das durch alle erdenklichen Formen des Online-Angebots, mit WhatsApp-Gruppen, YouTube-Videos, Skypegruppen und was man sich so vorstellen kann. Das hat auch recht gut geklappt.

Westpfalz-Journal: Können Sie den Sportbetrieb wieder aufnehmen, gibt es besondere Regelungen oder Vorschriften wegen des Corona-Virus?
Achim Wätzold: Ja, dank der Lockerungen, die es nun auch im Hallensportbetrieb gibt, können wir am 2. Juni wieder starten. Zum Glück können wir seit einiger Zeit die Tennishalle in Mackenbach im Sommer über dauerhaft nutzen und müssen unsere Sportgeräte nicht ständig auf- und wieder abbauen. Ohne diesen glücklichen Umstand, für den wir dem Besitzer der Tennishalle sehr dankbar sind, könnte das Training nicht stattfinden. Auflagen gibt es natürlich jede Menge, angefangen vom Mundschutz für die Trainer bis hin zu den Platzanforderungen pro Sportler. Wir werden zunächst die Wettkampfgruppen in kleinen Gruppen zu fünft trainieren, da wir glücklicherweise über 22 Trainer verfügen, können wir das Training für unsere 150 Kids an sieben Tagen in der Woche anbieten.

Westpfalz-Journal: Wie geht’s in der nächsten Zukunft weiter?
Achim Wätzold: Die Wettkämpfe sind für dieses Jahr abgesagt, was eine sinnvolle Entscheidung ist, denn die Trainingsvoraussetzungen sind bei den Teams einfach zu unterschiedlich. Nach allem, was ich in den vergangenen acht Wochen erlebt habe, wage ich keine Prognose für die Zukunft. Ich hoffe aber, dass wir von einer zweiten Erkrankungswelle und von einem neuen Lock-Down verschont bleiben.

Westpfalz-Journal: Wir bedanken uns für das nette Gespräch und Wünschen dem Turn-Team Sickingen für die Zukunft alles Gute.

Foto: Pixabay

 

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