Eigentlich war ein Besuch des Weihnachtsmarktes in Straßburg geplant. Er soll besonders schön sein, das französische Flair tut sein eigenes. Ob es eine Tagesfahrt geworden wäre oder ein Ausflug mit Übernachtungen, war noch nicht klar. Die Preise für eine Übernachtung in Straßburg kurz vor Weihnachten gehen ins Exorbitante. Vielleicht springt ja noch jemand ab und dann günstig unterkommen, das waren die Überlegungen.

Jetzt ist alles anders: wieder ein Anschlag auf einen Weihnachtsmarkt, wieder Tote und Verletzte. Von friedlicher Stimmung keine Spur mehr. Hellwach und wieder die klare Erkenntnis vor den Augen: Die Welt ist aus den Fugen. Und der Terror trifft uns nicht an der finanziellen Seite, da hat der Terror sowieso überhaupt keine Chance, sondern an der emotionalen. Ausgerechnet dort, wo wir sowieso nicht besonders stark sind.

Nun, die Fahrt zum Weihnachtsmarkt in Straßburg wird entfallen. Die Vorfreude darauf, die Freude auf etwas Entspannung und Ruhe, war vergebens. Und jetzt? Zuhause bleiben? Auf einen anderen Weihnachtsmarkt fahren? Irgendwo hin in die Einsamkeit fahren, wo keine Gefahren drohen? Bisher keine Antwort! Außer dem Wunsch, dass dieser Terror ein Ende nimmt. Hierzu müssen wir uns den Ursachen dieses Terrors stellen. Einfach zu sagen, die sind alle bekloppt, reicht nicht aus. Und die Grenzen dicht machen, geht auch nicht. Es ist zu befürchten, dass wir noch eine Zeit lang mit diesem Terror leben müssen.

von Wolfgang Feth

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