Ich, Hans-Peter Molitor, Mitarbeiter des Werkes Opel/GKN Kaiserslautern, wo ich mit Freude und Tatendrang anfing, muss nun erleben, dass das Werk geschlossen wird. Dass man mit 63 Jahren gekündigt bekommt, das tut sehr weh…….denn 40 Jahre Werkszugehörigkeit zählen nicht mehr…..nun ist man WERTLOS und zählt nicht mehr…….man ist zu ALT und zählt zu den VERLIERERN……man zählt zum ALTEN EISEN…..stirb doch….. oder muss du noch auf Staatskosten ins Alters-Pflegeheim ? So kommt man sich nun vor….

Über das momentane Menschengefühl der Kolleginnen und Kollegen und meines möchte und kann ich fast nichts mehr hinzufügen.

Nur eins würde ich in Vertretung aller Mitarbeiter/Mitarbeiterinnen sagen:

Im Artikel 1 des Grundgesetzes steht, DIE WÜRDE EINES MENSCHEN IST UNANTASTBAR; aber an dieses Gesetz kann sich unsere Geschäftsführung, der Fertigungsleiter und die Möchtegernmeister nicht erinnern…..sie kennen diesen Artikel nicht.

Er wird getreten und geschlagen mit allen Mitteln. Wo bleibt hier die Landesregierung????????? Die Unterstützung???????

320 Mitarbeiter verlieren ihre Arbeit zum 31.03.2020, so wurde es ihnen Anfang September in einer Mitgliederversammlung mitgeteilt. Knallhart vor den Kopf, selbst der Betriebsrat war nicht in Kenntnis gesetzt. Das sind doch richtige DDR-Methoden.

Dass man sich nicht geschlagen geben will und die Gewerkschaft mit ins sinkende Boot nehmen will, ist für mich vollkommen nachvollziehbar. Ich wünsche unserem Betriebsrat und dem Bundestagsabgeordneten Alexander Ulrich viel Glück und Kraft dazu.

Für mich stellt sich hier die Frage, wo bleibt die Unterstützung der Landtagsabgeordneten, Bundestagsabgeordneten,…..

Entschuldigung, ich hatte ja vergessen, die Wahlen sind ja vorbei und bis zur nächsten Wahl wächst noch viel Gras. Hoffentlich vergessen das nicht viele und denken wieder daran.

Viele Kolleginnen/Kollegen haben sehr wenig Info wie es weiter geht…..Übergangsgesellschaft……Abfindung…….Aufhebungsvertrag und einiges Mehr.

Junge Familie stehen vor einem sehr großen Berg von Problemen…….das muss nun auch einmal gesagt werden…..die Beamten haben damit nichts zu tun…sie kennen so etwas nicht. Bitte nicht falsch verstehen, nur meine Meinung.

Viele Mitarbeiter mit denen ich in den zurückliegenden Tagen sprach, sagten mir folgendes:

– Ich komme mir so wertlos vor!

– Ich schäme mich vor meiner Frau und meinen Kindern!

– Ich fühle mich wie ein Versager!

– Kann ich meine Familie noch ernähren?

– Wie bezahle ich mein Eigenheim?

Doch dies interessiert die Geschäftsleitung ganz und gar nicht, denn diese Dilettanten werden finanziell noch gut aufgefangen.

Der Werkleiter Th. Fornell holte Arbeit nach Kaiserslautern und Th. Schwarzkopf genau so, doch dieser Werkleiter, den wir zur Zeit haben, der kam zur Schließung und sein Fertigungsleiter war ihm dabei eine große Unterstützung.

Einstein schrieb einmal: Wissen ist Macht, …..für diese beide Herrn trifft es nicht zu, denn sie haben nur Macht……den Rest kann man sich denken. ( aber null Wissen )

Dies war nur eine kurze Randbemerkung, ich könnte noch über Vieles erzählen, doch seine Munition soll man am Anfang nicht gleich verschießen. Es werden weitere Berichte folgen.

Zu diesen Ausführungen stehe ich als ehemaliger Betriebsrat und Mitarbeiter mit 40 Jahre Zugehörigkeit.

Hans-Peter Molitor, ehem. Betriebsrat

 

 

 

 

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