Wenn die Tage kürzer werden und sich die Wälder bunt färben, beginnt die Zeit der Esskastanien. Die glänzend braunen Früchte – auch Maronen genannt – lassen sich vielerorts unter Kastanienbäumen ab Ende September bis hin zum November finden und bringen ein Stück Herbstgenuss direkt aus der Natur auf den Teller. Die Castanea sativa ist der europäische Vertreter der Kastanie aus der Familie der Buchengewächse und ihre Früchte werden als Kastanien bzw. Maronen bezeichnet.
Beim Sammeln lohnt sich ein genauer Blick auf den Boden: Reife Esskastanien stecken häufig noch in ihren stacheligen Fruchthüllen. Diese öffnen sich, wenn die Früchte reif sind. Oftmals liegen die Kastanien aber auch lose auf dem Boden zwischen den stacheligen Schalen, da diese sich beim Aufprall auf den Boden öffnen und im Anschluss daran herauspurzeln. Am besten trägt man beim Sammeln feste Handschuhe. Man sollte darauf achten, nur unbeschädigte und pralle Esskastanien mitzunehmen. Schrumpelige oder angefaulte Früchte bleiben besser liegen. Auch ein kleiner Test hilft: Gute Esskastanien fühlen sich fest an und haben eine glatte, glänzende Schale.
Sehr wichtig ist die Überprüfung, ob es sich um eine Ess- oder Rosskastanie handelt. Die Rosskastanie ist nicht essbar. Esskastanien erkennt man unter anderem an ihren besonders dicht und fein bestachelten Hüllen. Wer unsicher ist, sollte die Früchte nicht mitnehmen oder verzehren. Ebenso gilt: Nur dort sammeln, wo es erlaubt ist. In Naturschutzgebieten sowie auf Privatgrundstücken ist das Pflücken ohne Zustimmung nicht erlaubt; örtliche Hinweise sollten natürlich beachtet werden.
Zu Hause werden die Kastanien am besten kühl und luftig gelagert und können in den Herbst- und Wintermonaten zubereitet werden. Vor dem Rösten schneidet man die Schale kreuzweise ein, damit die Früchte im Ofen aufplatzen. Danach schmecken sie frisch geröstet. Lecker sind diese auch als Beilage zu herzhaften Gerichten oder in einer Suppe. Süße Varianten in Gerichten sind ebenfalls beliebt.
Das Sammeln verbindet Bewegung an der frischen Luft mit einem saisonalen Geschmackserlebnis. Wer achtsam vorgeht, die Natur respektiert und nur so viel mitnimmt, wie tatsächlich gebraucht wird, kann die Esskastanienzeit in der Westpfalz besonders genießen.
In der Westpfalz eignen sich vor allem Waldabschnitte zum sammel, die viele Kastanien aufweisen und sich rund um den Pfälzerwald befinden. Bekannte Anlaufpunkte sind in Kaiserslautern und Umgebung Waldgebiete am Humbergturm sowie im Stadtwald Richtung Dansenberg. Entlang der Straßen und Wege des südlichen Pfälzerwalds bei Johanniskreuz und Trippstadt könnte man Erfolg bei der Suche haben. Auf der Sickinger Höhe und in den Waldgebieten um Landstuhl, Kindsbach und Bann befinden sich Esskastanien, allerdings nicht überall in größerer Zahl. Im Wald unterhalb des Bismarckturms in Landstuhl kann man im Moment wieder auf die Suche nach Esskastanien gehen. Den Bismarckturm erreicht man, wenn man von der Stadt aus Richtung Hospital fährt. Kurz vor dem Gate biegt rechts ein Feldweg in den Wald, der zu einem Parkplatz führt und von dem aus man den Turm auf einem Fußweg erreicht. Man gelangt aber auch über den Jakobsweg ausgehen von der Philipp-Fauth Straße in den Kastanienwald.
Die Suchgebiete sind natürlich keine garantierten Sammelstellen, da der jährliche Ertrag vom Wetter und dem örtlichen Baumbestand abhängt. Esskastanien wachsen meist nicht gleichmäßig im Wald und sind häufig an sonnigen Waldrändern zu finden. Viel Spaß beim Sammeln.
von Clara Hoffmann





































