– Große Unterschiede zwischen den Regionen – Westpfalz ist insgesamt gut versorgt –

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich in Deutschland mehr als zwei Millionen Menschen mit dem Virus infiziert – so zumindest die bestätigten Zahlen. Während für Manche die Infektion mehr oder weniger harmlos verläuft erkranken Andere derart schwer an dem Virus, dass sie auf Intensivstationen künstlich beatmet werden müssen. Je höher die Zahl der Neuerkranken, desto höher ist auch die Zahl der Menschen, die einer intensivmedizinischen Betreuung benötigen. Die Corona-Pandemie führte im Frühjahr unter anderem im benachbarten Elsass dazu, dass die Kapazitäten der Intensivbetten in den Krankenhäusern zwischen Straßburg und Mühlhausen erschöpft waren und französische Covid-19-Patienten in grenznahen deutschen Krankenhäusern behandelt wurden.
Aktuell sind die Corona-Zahlen in Deutschland und in der Westpfalz deutlich höher als Frühjahr, was dazu führt, dass auch hierzulande die Zahl der freien Intensivplätze in den Kliniken schrumpft.
Mit Stand 20. Januar waren von den 1085 in den rheinland-pfälzischen Kliniken insgesamt betreibbaren Intensivbetten 864 Betten, also knapp 80 Prozent, belegt, 188 davon von Corona-Patienten, wobei 100 an dem Virus erkrankte Menschen künstlich beatmet werden mussten.
Die Kliniken in der Stadt Kaiserslautern halten aktuell 113 Intensivbetten vor, von denen 13 von Covid-19-Patienten belegt sind. Die Zahl der freien Intensivbetten beträgt in der Stadt Kaiserslautern 21, also rund 19 Prozent der Gesamtkapazität. Kein Corona-Patient wird derzeit im Krankenhaus in Landstuhl behandelt, das über insgesamt 14 Intensivplätze verfügt, von denen aktuell sieben frei sind. Ähnlich ist die Situation in der Südwestpfalz sowie den Städten Pirmasens und Zweibrücken. Dort werden insgesamt 39 Intensivpflegeplätze vorgehalten, von denen mit Stand Mitte der Woche insgesamt 22 Betten frei waren, also mehr als die Hälfte. Deutlich angespannter ist die Situation in den Landkreisen Kusel und im Donnersbergkreis, in Kusel waren am gestrigen Mittwoch von 16 Intensivbetten 15 belegt, wobei dort vier Corona-Patienten behandelt werden, in den beiden Kliniken im Donnersbergkreis werden insgesamt zwölf Intensivbetten vorgehalten, die am gestrigen Mittwoch alle belegt waren, wobei drei Covid-19-Patentien behandelt wurden.
Laut Auskunft der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) in Berlin melden in Rheinland-Pfalz auch die Kliniken in Frankenthal, Neustadt und Speyer eine 100-prozentige Auslastung ihrer Intensiv-Kapazitäten. Allerdings, so die DIVI, gäbe es in Rheinland-Pfalz eine so genannte Notfallreserve von 420 Intensivbetten, die innerhalb von sieben Tagen aktiviert werden könne. (red)

Foto: Pixabay

 

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