Wenn es nach dem Willen der Kaiserslauterer CDU geht, könnte sich der Stadtwald von Kaiserslautern in Zukunft in eine „Grüne Lunge“ verwandeln, die ihrem Namen mehr als gerecht wird. Die Christdemokraten stellen in der Sitzung des Stadtparlaments, das am kommenden Montag (31. Januar) ab 15 Uhr in der Fruchthalle zusammenkommt, den Grundsatzantrag, einer „Naturnahe Waldnutzung im Stadtwald nach dem Lübecker Modell“.
„Wir wünschen uns, dass unser Wald künftig nach dem seit über 20 Jahren erfolgreichen Lübecker Konzept bewirtschaftet wird. Danach soll es keine Plantagenwirtschaft geben, sondern die Walddiversität gefördert werden“, schreibt die CDU in ihrem Antrag. Ziel sei es, die Waldbewirtschaftung künftig komplett umzustellen und den Wald „nicht als Geldquelle“ sondern als Naherholungsgebiet für die Bürger und Regulator für das Klima in der Stadt zu sehen.
Das Lübecker Modell entstand in der Hansestadt, als sich der Lübecker Senat unter dem Eindruck des Waldsterbens in den 1980er Jahren dazu entschied, den Lübecker Stadtwald künftig naturgemäßer zu bewirtschaften. Dazu gehört unter anderem, dass die natürlich vorkommenden Baumarten in ihrer Verbreitung gefördert werden, da sie widerstandsfähiger beispielsweise gegen Stürme, Trockenheit oder den Befall durch Schädlinge sind. Wo Eingriffe in den Bestand notwendig sind und Bäume gefällt werden müssen, soll dies nicht durch den Einsatz von schweren Maschinen wie den so genannten Harvestern geschehen sondern von fachkundigem Personal vorgenommen werden, Holzrückearbeiten sollen mit Hilfe von Pferden vorgenommen werden, die den Boden nicht verdichten. Zudem soll auf Dünger und Pstizide verzichtet werden. „Alle forstlichen Aktivitäten müssen an den ökologischen Erfordernissen ausgerichtet werden um langfristig die Baumdichte und den Holzvorrat im Wald zu steigern und einen naturnahen Wald zu fördern“, fasst die CDU ihren Antrag zusammen.
Weiter wird im CDU-Antrag ausgeführt, dass das Lübecker Modell mittlerweile von zahlreichen Städten in der Bundesrepublik übernommen wurde, beispielsweise in Berlin, München und Saarbrücken. Die CDU schreibt weiter: „Durch das Lübecker Konzept der Waldwirtschaft konnte in Lübeck die Naturnähe der Waldbestände erheblich verbessert werden. Es gelang, das Holzvolumen zu vergrößern, unter anderem zur Absenkung von CO2. Das bislang in Kaiserslautern praktizierte forstwirtschaftliche Ziel der Waldverjüngung ist in Frage zu stellen, da alte Bäume die besseren Kohlenstoffspeicher sind. Die größten Bäume weisen die höchste Leistungsfähigkeit in Sachen Kohlendioxidaufnahme auf. Die Biodiversität in den Lübecker Wäldern konnte nachweislich erhöht werden. Bei verschiedenen gefährdeten waldtypischen Pflanzen- und Tierarten ist eine Zunahme zu verzeichnen. Bei alldem ist die Zahl der Mitarbeiter im Stadtwald Lübeck annähernd gleichgeblieben.“
Manfred Schulz, der stellvertretende Vorsitzende der CDU Stadtratsfraktion ist sich sicher: „Wir müssen die Bäume wachsen lassen. Um den Klimaschutz voranzutreiben, müssen wir unsere Wälder älter und vor allem vorratsreicher werden lassen.“ (red)

Info:
Die Sitzung des Stadtrats am Montag, 31. Januar 2022, in der Fruchthalle wird aus Gründen des Infektionsschutzes in hybrider Form durchgeführt und damit auch wieder live im Internet gestreamt. Alle Interessierten können die Sitzung ab 15 Uhr auf dem städtischen Youtube-Kanal verfolgen.
www.youtube.com/stadtkl

 

 

 

 

 

 

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