– Städtischer Kulturausschuss debattiert angeregt über Programm für die Stadthalle –

Die Stadthalle und die Zukunft der Kulturveranstaltungen in Landstuhl standen an zentraler Stelle der Sitzung des Kultur- und Vereinsausschusses der Stadt Landstuhl, der zum ersten Mal in digitaler Form tagte. Regelrecht abgeschmettert wurde von der Ausschussmehrheit bestehend aus CDU und FWG den von der Stadtspitze vorgelegte Vorschlag, wie die kulturellen Veranstaltungen in Form und Umfang in nächster Zukunft aussehen könnten.
Nach den Ausführungen von Stadtbürgermeister Ralf Hersina bestehe die begründete Hoffnung, dass der Veranstaltungsbetrieb in der Stadthalle ab Herbst dieses Jahres wieder anlaufen könne. Dazu sei es möglich, dass die Pälzer Komödie das bereits für das vergangene Jahr vorbereitete Stück „Otello derf net platze“ ab Oktober aufführen könne. Zudem solle die Stadt versuchen, die sehr gut frequentierte SchönGehört-Reihe, Summer in the City, und das Kindertheater weiterzuführen. Schließlich sei es „unumgänglich“, so Bürgermeister Ralf Hersina, dass vier bis fünf größere Veranstaltungen wie beispielsweise eine Abba-Tribute-Show und ähnliches von der Stadt angeboten würden, zumal es sich gezeigt habe, dass Veranstaltungen dieser Art ab einer Auslastung von 75 Prozent Gewinn abwürfen. Zudem sei die Kaiserslauterer Kabarett-Gruppe „Die Untiere“ an die Stadt Landstuhl herangetreten mit der Anfrage, im Herbst in der Stadthalle gastieren zu können.
Insbesondere von Seiten der CDU kam harsche Kritik an den Ausführungen des Bürgermeisters. Die Vorschläge entsprächen, so Gerhard Malinowski, eher einem „weiter so wie bisher“ als einer im vergangenen Jahr im Vorfeld der Auflösung des Eigenbetriebs Stadthalle eingeforderten und beschlossenen Neukonzeption hinsichtlich der kulturellen Veranstaltungen in der Stadthalle. Die CDU, so Malinowski weiter, begrüße ausdrücklich das Engagement der Pälzer Komödie und des Kindertheaters und freue sich über die Untiere in der Stadthalle, sprach sich aber vehement dagegen aus, dass die Stadt Kulturveranstaltungen einkaufe. „Was uns fehlt ist ein generelles Konzept sowie die Einbindung der örtlichen Vereine und vor allem der Gastronomie in die kulturellen Veranstaltungen der Stadt“, sagte Malinowski, der sich ausdrücklich dafür aussprach, auch in diesem Jahr die Reihe „Summer in the City“ vor der Stadthalle zu veranstalten, dann aber die Bewirtung an Gastronome aus der Stadt zu vergeben und nicht etwa durch die Mitarbeiter der Stadthalle, wie dies im vergangenen Jahr der Fall gewesen sei. Zudem regte Malinowski an, dass sich neben dem Bürgermeister und den Beigeordneten auch die Fraktionsvorsitzenden an Gesprächen mit interessierten Künstlern und Kulturveranstaltern beteiligen sollten, was allerdings von Stadtbürgermeister Ralf Hersina eher kritisch betrachtet wurde.
Franz Wosnitza, FWG, seines Zeichens Berufsmusiker profunder Kenner der kulturellen Szene in der Region, bot der Stadtspitze seine Expertise sowohl bei der Organisation von Kulturveranstaltungen als auch bei der Suche nach Künstlern an. Generell sprach sich Wosnitza dafür aus, dem künftigen Citymanager, eine Stelle, die freilich erst noch besetzt werden muss, die Organisation der städtischen Kultur zu überlassen und ihn nicht mit einem „auf die Schnelle zusammengezimmerten Programm“ zu empfangen.
Letztlich verständigte man sich darauf, dass sich der Bürgermeister mit seinen Beigeordneten über die weitere Vorgehensweise verständigen und dem Ausschuss in nächster Sitzung ein Konzept für die weitere Vorgehensweise vorlegen werde. (red)

 

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