Landesjugendchor: Concerto furioso in der Fruchthalle

– Von Wolfgang Feth –

Kürzlich fand in der Fruchthalle Kaiserslautern ein Konzert des Landesjugendchores Rheinland-Pfalz, dirigiert von David Holzinger, statt. Zur Aufführung kam „Petite Messe Solennelle“ von Gioachino Rossini.
Es war für mich das erste Konzert nach der langen Coronazeit. Anfänglich zögerte ich noch, ob ich angesichts der Regel, dass die Fruchthalle wieder voll besetzt werden kann, hinzugehen. Ein Blick in die Sitzplatzverteilung machte mir die Entscheidung leicht: nur wenige Gäste haben sich für das Konzert angesagt, Coronabefürchtungen musste ich keine haben.
Dr. Rodday, der Manager des Landesjugendchores, überraschte bei der Begrüßung. Anstatt der üblichen Floskeln machte er tiefgründige Ausführungen zur Coronazeit und der Katastrophe im Ahrtal, wies auf die Fluthilfe Rheinland-Pfalz hin und betonte den Wert der Kultur nicht nur in Katastrophenzeiten.
Danach betraten 23 junge Sängerinnen und Sänger die Bühne, eine Pianistin und eine Harmoniumspielerin zur Begleitung. Dirigent Holzinger eröffnete die Vorstellung. Wer nun die üblichen Choralgesänge einer kirchlichen Messe erwartete, musste sich eines Besseren belehren lassen. Die Klavierspielerin sorgte für einen fulminanten Beginn und während des gesamten Konzertes für einen lebendigen Rhythmus. Darüber hinaus steuerte sie mit einem Prelude zu einer Soloaufführung bei. 
Das Konzert war aufgeteilt in die Programmteile Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei. Der Chor wurde von vier Solisten in den bekannten Klangfarben unterstützt. Die Sänger und Sängerinnen und auch die Solisten hingen während des ganzen Konzertes mit ihren Augen an den Vorgaben des Dirigenten, der die Akteure in voller Einheit durch das Konzert führte. Ob dies nun im Gloria der voll fulminante Beginn des Klavieres war, ob es der lustvolle Vortrag des Tenors war, ob es der dominante Vortrag des Basses war, ob es der liebevolle und hingebungsvolle Gesang der Sopranistin war, immer erreichte der Vortrag des Chores die Zuhörerinnen und Zuhörer. Manchmal sang der Chor alleine, dann wiederum die Solisten um dann in einen gemeinsamen Vortrag hinüber zu gleiten. Bei allen Gelegenheiten war zu spüren, dass jeder Musiker bei der Sache war, Leidenschaft und Einsatz war zu jedem Zeitpunkt des Konzertes zu spüren. Der Chor bildete von hauchzart bis laut und majestetisch alle Stimmungslagen ab und nahm die Zuhörerinnen und Zuhörer mit hinüber in eine nicht alltägliche Welt.
Kirchengesänge sind bisweilen der Ehrfurcht geschuldet monotonen und langweilig. Dass es auch anders geht, hat der Landesjugendchor Rheinland-Pfalz mit seinem Dirigenten David Holzinger an diesem Abend unter Beweis gestellt.

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