Wolfgang Feth, unabhängiger politischer Aktivist, ist bei dem Beigeordneten der Stadt Landstuhl Sascha Rickart von der CDU vorstellig geworden und hat um zusätzlichen Schutz für Fahrradfahrer in Landstuhl gebeten – das Westpfalz Journal berichtete. In einem Schreiben hat Rickart nun mitgeteilt, dass sämtliche von Feth gemachten Vorschläge sowohl vom Ordnungsamt als auch von der Polizei nicht befürwortet wurden. – Siehe hier
Dabei ist Fahrradfahren in Landstuhl sehr gefährlich. In der schmalen Hauptstraße überholen Autos immer wieder Fahrradfahrer ohne den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand einzuhalten. Beim Linksabbiegen, beispielsweise von der Kaiserstraße in die Philipp-Fauth-Straße, muss der Fahrradfahrer zwischen zwei Autoströmen warten und kann nur hoffen, dass er von jedem gesehen wird. Noch schlimmer ist die Situation bei der Abzweigung von der Saarbrücker Straße in die Bahnstraße. Der von der Stadt kommende Fahrradfahrer wird auch hier eingequetscht, Autos fahren links und rechts an ihm vorbei, schwere Unfälle sind dort schon für Fahrradfahrer passiert. Viele Fahrradfahrer haben aufgrund dieser Gefährlichkeit die Konsequenzen gezogen und fahren auf dem Bürgersteig. Dass sie damit die Gefahr an die Fußgänger weitergeben, nehmen sie in Kauf.
Wolfgang Feth hatte vorgeschlagen, dass zu Beginn der Hauptstraße ein Schild aufgestellt wird, wonach Autofahrer Fahrradfahrer bis zum Ende der Hauptstraße nicht überholen dürfen. Es wäre ein zeitlicher Verlust für die Autofahrer von wenigen Sekunden gewesen. Für Linksabbieger in die Philipp-Fauth-Straße von der Kaiserstraße aus hatte Feth vorgeschlagen, eine Spur für die Fahrradfahrer einzuzeichnen, eine Maßnahme mit wenig Aufwand. Das Argument des Beigeordneten, es sei nicht genug Platz hierfür, geht fehl. Denn regelmäßig werden linksabbiegende Fahrzeuge rechts umfahren, sodass ausreichend Platz vorhanden ist. Auch für die Abzweigung Saarbrücker Straße auf die Bahnstraße hätte es eine Lösung gegeben. Doch allem Anschein wird in Landstuhl den Autofahrern keine Rücksicht auf Fahrradfahrer zugemutet, es ist mit großer Gewissheit davon auszugehen, dass die Entscheider nie selbst auf dem Fahrrad in Landstuhl unterwegs sind.
Eine letzte Anregung, Einbahnstraßen auf Gegenverkehr für Fahrradfahrer zu prüfen, wurde ebenfalls abgeschmettert. Aus eigener Erfahrung weiß Feth jedoch zu sagen, dass die obere Eisenbahnstraße hierfür auf jeden Fall geeignet ist.
In vielen Städten nimmt das Fahrradfahren ein hoher Prozentsatz des Verkehres ein. Ganz anders in Landstuhl. Die Verantwortlichen weigern sich seit Jahrzehnten etwas zu unternehmen. Aber in Zukunft (wann genau ist unklar) wird alles besser. Das LBM plant eine Fahrradstrecke quer durch Landstuhl um den Fahrradweg von Kindsbach nach Hauptstuhl zu verbinden. Auch im Rahmen des Stadtumbaus soll einiges für die Fahrradfahrer auf den Weg gebracht werden. Bis dorthin heißt es: Auf dem Bürgersteig fahren und hoffen, dass das Ordnungsamt weiterhin wegschaut. (red)

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