– Von Wolfgang Feth –

Neunkirchen/ Saar ist die zweitgrößte Stadt im Saarland und war sicherlich einmal eine der reichsten Städte weit über das Saarland hinaus. Grund hierfür war der Bergbau mit anschließender Eisen- und Stahlherstellung. Davon ist im Jetzt nichts mehr geblieben, denn in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde der Bergbau und die Produktion von Stahl eingestellt.
Riesige Wirtschaftsdenkmäler erinnern an diese Zeit. Da ist unter anderem noch ein originaler Förderturm zu sehen und eine riesige Gebläsehalle. Sie sind Bestandteil der Neunkircher Touristenattraktion „Altes Hüttenareal“. Wer sich die Tourismusattraktionen nebst Gastronomie in diesem Areal ansehen möchte, muss warten bis die Corona Pandemie vorüber ist, denn derzeit wird ein Einlass nicht gewährt. Ansonsten wurde das Eisenwerk in der Innenstadt von Neunkirchen komplett abgerissen und deren Zentrum neu angelegt. Breite Straßen und große Plätze sind die Folge. Mit dem Saarpark-Center wurde auch ein großes Einkaufszentrum geschaffen, das normalerweise täglich 10.000 Menschen zum Einkaufen anzieht.
Direkt an diese Neustadt von Neunkirchen schließt sich die Altstadt an. Dieser Bereich ist nicht besonders attraktiv, warten doch viele Häuser auf eine gründliche Renovierung. Diese brauchen die Blies-Terrassen mitten in der Stadt nicht. Auch sie wurden im Zuge der Neugestaltung des Areals des früheren Eisenwerkes errichtet und laden entlang der Blies mitten in der Stadt zum Verweilen ein. Verschiedene Denkmäler erinnern an vergangene Zeiten in Neunkirchen. Eines an die unzähligen Mitarbeiter in den Eisenwerken, eines an Karl Ferdinand Freiherr von Stumm-Halberg, Inhaber und Lenker der Eisenwerke in Neunkirchen im späten 19. Jahrhundert und ein Denkmal an die vielen Zwangsarbeiter, die im zweiten Weltkrieg in den Eisenwerken arbeiten mussten.
In Corona-Zeiten ist es naturgemäß schwer, eine Stadt kennenzulernen. Aber Neunkirchen hat Interesse geweckt, mehr zu erfahren: Von der Geschichte des Eisenwerks, vom Bergbau, vom Strukturwandel von der Zukunft von Alt-Neunkirchen und vieles mehr. Es hat auch mein persönliches Interesse geweckt, waren meine beiden Großväter doch eng mit Neunkirchen/ Saar verbunden: Der eine hat im Eisenwerk gearbeitet, der andere die Bergleute aus der Westpfalz zum Arbeitsplatz nach Neunkirchen mit Bussen gefahren. Neunkirchen – eine interessante Stadt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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