Eine Randbemerkung von Jürgen Link

Heute vor zwei Jahren, am 27. Januar 2020, wurde die erste Infektion eines Menschen in Deutschland mit dem Corona-Virus offiziell bestätigt. Einen Tag später verzeichneten die Gesundheitsämter vier (!) Erkrankungsfälle mit dem neuen Virus, das sich seit Dezember 2019 von China aus über die ganze Welt verbreitet hat. Am 30. Januar 2020 klassifizierte die Welt-Gesundheitsorganisation (WHO) das Cocid-19-Virus als eine „gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite“. Immerhin dauerte es danach noch bis zum 20. März 2020, dass der Bundestag eine „epidemische Lage von nationaler Tragweite“ feststellte.
Was in den ersten Wochen danach folgte, dürfte uns allen noch in guter Erinnerung sein: Einzelhändler mussten ihre Läden schließen, man durfte sich nicht mehr mit Freunden und Bekannten zu einem Schwatz treffen, das gesellschaftliche Leben kam praktisch zum Erliegen, in den Abendstunden wirkten die Straßen wie ausgestorben, weil keiner mehr irgendwohin fahren musste oder konnte, Hochzeiten oder Beerdigungen
durften nur noch im aller engsten Familienkreis stattfinden – und alte Damen führten ihre Hunde im Dorf aus und trugen dabei einen Mund-Nasen-Schutz.
Damals lag die so genante Sieben-Tage-Inzidenz im einstelligen Bereich, in Landkreisen, in denen sie in den zweistelligen Bereich rutschte, dachte man über strenge Ausgangssperren nach. Tagesaktuell liegt diese Zahl im Landkreis bei fast 900, die Tausender-Marke in Kaiserslautern ist geknackt und noch ist eine Ende oder gar ein Rückgang der Zahlen nicht abzusehen. Das sind Werte, die vor zwei Jahren für pure Panik gesorgt hätten.
Und heute: Montags gehen Spinner auf die Straße, um vordergründig dagegen zu demonstrieren, dass sich der Staat um ihre Gesundheit sorgt. Doch langsam scheint man sich an die neue Krankheit zu gewöhnen. Fatalismus macht sich breit, ebenso wie die Meinung, wenn’s irgendwann einmal jeder hatte, wird’s allen ziemlich egal sein.
Vielleicht wird Corona irgendwann zu einer Art Grippe oder einem besseren Schnupfen? Die Zeit wird’s zeigen!

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