Ein Kommentar von Jürgen Link

Beeindruckende Zahlen waren es, die Rainer Merz in der Online-Informationsveranstaltung gestern Abend über sein Unternehmen, die Deutsche Glasfaser GmbH, präsentieren konnte. Aktuell stellt das Unternehmen rund 35.000 FTTH-Anschlüsse pro Monat her, verfügt über fast 600.000 Vertragskunden und arbeitet mit mehr als 1750 Kommunen in Deutschland zusammen. Fast schon beschämend dazu wirkte im direkten Vergleich die Statistik, die aufzeigt, dass Deutschland in Sachen Glasfaser-Breitbandausbau in den westlichen Industriestaaten zusammen mit Österreich das unrühmliche Schlusslicht markiert und hierzulande gerade einmal 3,2 Prozent aller Internetanschlüsse über diese zukunftsweisende Technik verfügen. Das zeigt zugleich recht deutlich, wie weit wir in Sachen schnellem Internet in der Stein- beziehungsweise Kupferzeit zurückliegen, vor allem, wenn man gleichzeitig sieht, dass nicht nur Staaten wie Japan oder Schweden die Nase hier vorne haben sondern selbst Länder wie Ungarn (fast 24 Prozent), Portugal (45 Prozent) oder Litauen (fast 75 Prozent) auf der schnellen Datenautobahn unterwegs sind, während wir in Deutschland in die Röhre beziehungsweise auf den Flachbildschirm schauen, auf dem sich nur recht wenig bewegt. Da fragt man sich ernsthaft, wozu es in diesem Land extra ein „Staatsministerium für Digitalisierung“ gibt! Okay, der Chef dieses Ministeriums kommt (noch) aus den Reihen der CDU, deren ministeriale Qualitäten spätestens seit einem Alexander Dobrindt und einem Andreas Scheuer mehr als berüchtigt sind.

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