– 57. Kulturlivestream der Fruchthalle in Kooperation mit dem Pfalztheater –

Am vergangenen Freitag fand ein etwas anderer Dialog im Rahmen des Kulturlivestreams der Fruchthalle Kaiserslautern in Zusammenarbeit mit dem Pfalztheater statt. Dr. Christoph Dammann, Leiter des Kulturreferats Kaiserslautern, begrüßte die Zuschauer und Zuschauerinnen zu Hause vor den Bildschirmen zu dieser etwas anderen digitalen Veranstaltung. Wie immer bestand die Möglichkeit, den Livestream digital über Youtube, Facebook und die öffentlichen Kanäle zu Hause zu verfolgen.

Der Livestream ist für Interessierte auf dem Youtube – Kanal „herzlich digital“ jederzeit verfügbar:

https://www.youtube.com/watch?v=ybZVfD1_HNA

Der Titel der Veranstaltung, „Fantastische Gespräche“, war an diesem frühen Freitagabend Programm. Jedoch standen keine Unterhaltungen zwischen Menschen im Mittelpunkt, sondern verschiedene Instrumente führten einen Dialog miteinander. Die Streichinstrumente Violine, Viola und Cello sowie die Blasinstrumente Flöte, Oboe und Bassklarinette traten in einen gemeinsamen Austausch.
Das Publikum konnte verschiedene Werke der Kammermusik genießen. Eröffnet wurde das Konzert mit Variationen Ludwig van Beethovens über „La ci darem la mano“ aus W. A. Mozarts „Don Giovanni“ für zwei Oboen und ein Englischhorn. Musiziert wurde diese Variation von Katharina Hirsch und Enrico Peyronel an der Oboe und Markus Sahm am Englischhorn. Ludwig van Beethoven hat wenig Kammermusik für Bläser komponiert. Diese Variationen waren eine Auftragsarbeit für den Wiener Oboisten Philipp Theimer. Für die damalige Zeit stellten Stücke aus der Oper „Don Giovanni“ eine Provokation dar und besonders die Arie „La ci darem la mano“ sorgte damals für viel Aufregung.
Im Anschluss daran folgte Claude Debussys „Six épigraphes antiques“ für Flöte und Streichtrio. Eigentlich ist dieses Stück für ein vierhändiges Spiel am Klavier gedacht, aber die Musiker und Musikerinnen präsentierten es in einer bearbeiteten Version von Bernard Chapron. Teile dieser Musikstücke stammten auch aus Debussys Begleitmusik zur Gedichtsammlung seines Freundes Pierre Loues. Harfe und Querflöte waren für Debussy die Instrumente der mystischen Gespräche zwischen Natur und Vorstellung. Einflüsse damals exotischer Musik, die auf Ganztonleitern aufgebaut war, ließen seine Musik nicht unberührt. Claude Debussys „Six épigraphes antiques“ wurden von Katrin Lerchbacher an der Querflöte und einem Streichertrio bestehend aus Julia Haufe (Violine), Ann-Katrin Klebsch (Viola) und Yejin Na (Violoncello) musiziert. Die Musikerinnen überzeugten mit ihrer Leichtigkeit im Spiel.
Katrin Lerchbacher überzeugte das Publikum nicht nur an der Querflöte, sondern auch als Moderatorin des Konzerts. Sie führte charmant durch das Programm und versorgte die Zuschauer und Zuschauerinnen mit zusätzlichen interessanten Informationen. So war das Jahr 1914 für das dritte Stück des Konzerts von Bedeutung. Der Komponist Benjamin Britten wurde am 22. November 1913 am Tag der „Cäcilia“, der Schutzpatronin der Musik geboren und zu Beginn des Jahres 1914 getauft. Zeit seines Lebens war er stolz, an diesem besonderen Tag geboren worden zu sein und widmete der „Cäcilia“ auch eine Hymne. Aus musikwissenschaftlicher Sicht kann man in seinen Werken den späten Einfluss der Kammermusik Debussys erkennen. Das folgende „Phantasy Quartet“ für eine Solooboe und Streichtrio, op. 2 von Benjamin Britten ist wie ein Bogen aufgebaut. Die letzten Töne des Cellomotivs sind auch die des Anfangs. Dieses Werk widmete Britten dem bekannten Oboisten Léon Goossens. Das „Phantasy Quartet“ wurde von Katharina Hirsch als Solooboe und einem Streichertrio bestehend aus Julia Haufe (Violine), Ann-Katrin Klebsch (Viola) und Yejin Na (Violoncello) interpretiert.
Mit dem eher dunklen und fließend klingenden Titel „Phantasy Quintet“ für Bassklarinette und Streichquartett, op. 93 von York Bowen verabschiedete sich das Ensemble. Sumin Lee ergänzte hier das vorherige Trio zum Streichquartett und Simon Scheller an der Bassklarinette überzeugte im harmonischen Zusammenklang mit dem Streichquartett. Während des Musiktitels wurde immer wieder Spannung aufgebaut und diese hielt bis zum Schluss an.
Die Musiker des Pfalztheaters befinden sich zurzeit in Kurzarbeit und treten zu Gunsten der freischaffenden Künstler ohne Honorar auf. Alle Spenden für dieses Konzert kommen freischaffenden Künstlern zugute. (red)

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