– Elf Fragen an die Kandidaten –

Am 9. Juni sind die Menschen dazu aufgerufen über die Zusammensetzung zahlreicher Parlamente zu entscheiden. Neben dem der Europäischen Unionen werden in der Pfalz auch der Bezirkstag sowie Kreis-, VG, Stadt- und Ortsgemeinderäte neu gewählt, außerdem stehen die Posten der ehrenamtlichen Bürgermeister zur Disposition. In Landstuhl bewerben sich zwei Kandidaten um das Amt des Stadtbürgermeisters, Markus Götttel, der als unabhängiger Kandidat antritt, sowie Mattia de Fazio für die CDU. Wir haben im Vorfeld der Wahlen den beiden Kandidaten eine Liste mit elf Fragen zur Beantwortung zugesendet. Nachfolgend die Antworten der beiden: 

1. Was sind Ihre Beweggründe, Ihre Motivation, Stadtbürgermeister von Landstuhl zu werden?

Markus Götttel: Das Amt des Bürgermeisters ist eine Position, die mich schon immer fasziniert hat. Jetzt, da ich meine berufliche Karriere (fast) abgeschlossen habe und meine Familie nicht mehr von mir finanziell abhängig ist, ist der optimale Zeitpunkt gekommen, mich um diese Stelle zu bewerben. In Landstuhl endet nun die Amtszeit des amtierenden Bürgermeisters. In Zeiten voller Kassen ist es einfacher, eine Stadt zu führen.
In dieser Zeit müssen wir einen anderen Typ Stadtvertreter haben, der unternehmerisch den mageren Haushalt anpackt und jeden Stein mindestens einmal umdreht.
Ich weiß, dass ich das kann.

Mattia de Fazio: Wenn Sie mich fragen, warum ich Stadtbürgermeister von Landstuhl werden möchte, antworte ich von ganzem Herzen: Ich liebe Landstuhl. Die Stadt ist nicht nur ein Zuhause für mich, sondern meine Heimat. Sie hat mir in meiner Kindheit so viel gegeben, Erinnerungen, die bis heute halten. Hier werden meine beiden Kinder groß, hier fühlen meine Familie und ich uns wohl. Deshalb bringe ich mich seit Kindesbeinen ehrenamtlich ein, ob bei den Messdienern, am Grill bei Familienfesten oder wie schon seit Jahren politisch für Landstuhl. Ich möchte, dass zukünftige Generationen in einer liebens- und lebenswerten Stadt groß werden können und genau wie ich, positive Erfahrungen machen, die ein Leben lang halten.
Parteienstreitereien und persönliche Anfeindung in der Kommunalpolitik gefallen mir nicht. Ich sehe mich nicht als „Parteisoldat“ und möchte auch niemandem die „politisch frohe Botschaft“ überbringen. Mir ist es nicht so wichtig, von wem eine gute Idee kommt, sondern dass man sie gemeinsam umsetzt, um das Leben in unserer Heimat positiv zu gestalten.
Ich habe als Ratsmitglied und Parteivorsitzender immer einen Stil des respektvollen Umgangs gepflegt, auch und vor allem mit den politischen Mitbewerbern. Diesen werde ich auch weiterhin beibehalten, sei es in einer faktenbasierten Diskussion oder einem konstruktiven Schlagabtausch. Das gehört zum demokratischen Prozess dazu. Wir sind in unserer Stadt knapp 8.500 Menschen (plus ca. 1.500 US-Streitkräfte). Ich möchte gerne ein Stadtbürgermeister für alle sein, mit Anstand, mit Respekt und mit einem offenen Ohr für jedermann.
Vor allen Dingen bin ich eins: Ein normaler Kerl, „e Bu aus de Hembach“, hier aufgewachsen und groß geworden. Meine innerste Überzeugung ist es, unsere Heimat so schön und lebenswert zu erhalten, wie es nur möglich ist und die Weichen für die Zukunft unserer Heimat so zu stellen, dass der Zug nicht an uns vorbeifährt, sondern dass wir in ihn einsteigen und gemeinsam in die Zukunft fahren. Dafür setze ich mich gerne mit der Unterstützung unserer Bürgerinnen und Bürger gerne ein.

2. Wenn Sie zum Bürgermeister gewählt sind, welche konkreten Ansatzpunkte sehen Sie, um die finanzielle Situation der Stadt Landstuhl zu verbessern?

Markus Götttel: Ich sage es ganz deutlich: Es ist wichtig, die Einnahmen und Ausgaben zu kontrollieren und auf den Prüfstand zu stellen.

Mattia de Fazio: Hier gibt es meiner Meinung nach verschiedene Hebel. Ganz oben steht für mich die Entwicklung eines neuen Gewerbegebietes im Fleischackerloch. Wie wichtig Gewerbegebiete für eine Stadt sind, können wir gut bei unseren Nachbarn aus Ramstein beobachten. Das dort errichtete Industriezentrum Westrich liefert hohe Gewerbesteuereinnahmen, die der Stadt guttun. Räumlich sind wir eingeschränkt und müssen somit verbleibende Flächen sinnvoll nutzen, um hier die Grundlage für regelmäßige Einnahmen und Beschäftigung zu schaffen. Ich setze mich für die zügige Erschließung des neuen Gewerbegebietes ein. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die Branchen gut durchmischt sind und vor allem produzierendes Gewerbe hier angesiedelt wird. Eine starke Partnerschaft mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Kaiserslautern (WFK), die ich über die vergangenen Jahre im Ausschuss für Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung des Landkreises mit aufbauen konnte, hilft dabei ganz bestimmt.
Dann möchte ich an dieser Stelle betonen, dass unsere Stadtwerke auf unseren Antrag und Druck hin seit Ende April auch auf dem Strommarkt vertreten sind. Die Stadtwerke bieten einen sehr attraktiven Strompreis, der unter dem der umliegenden Anbieter liegt. Hier muss meiner Meinung nach noch das Marketing verbessert werden, damit viele Bürgerinnen und Bürger der Stadt, aber auch innerhalb der Verbandsgemeinde davon profitieren können.
Vieles wurde bereits erreicht. Durch unsere Anträge konnte das jährliche Defizit der Stadthalle durch Umstrukturierung auf die Hälfte reduziert werden. Wir konnten die digitale Ratsarbeit einführen, durch die wir jedes Jahr Unmengen an Kosten einsparen. Auch Dinge die auf den ersten Blick als Kleinigkeit gelten konnten umgesetzt werden. Im Stadion am Rothenborn wird der Rasenplatz z.B. nun nicht mehr durch einen Mitarbeiter des Bauhofs gemäht, sondern durch einen Mähroboter. Das funktioniert und spart viel an Personalkosten ein.
Ausgaben müssen immer kritisch betrachtet und wo möglich reduziert werden. Gleichzeitig gilt es jedoch eine Balance zu finden und die Sickingenstadt Landstuhl als „Mittelzentrum“ weiter zu stärken, um den Fortbestand der vorhandenen Infrastruktur zu sichern.
Die unzureichende Finanzausstattung der Kommunen durch das Land ist das Hauptproblem für die katastrophale Haushaltslage und das Ausbluten vieler Städte und Gemeinden, so auch unserer Sickingenstadt Landstuhl. Der Verfassungsgerichtshof Rheinland-Pfalz hat per Urteil die Landesregierung zum Handeln aufgefordert, aber selbst das Erledigen der Pflichtaufgaben ist mit der gesetzlich vorgegebenen Mindestausstattung ohne Steuererhöhungen nicht möglich!
Ich werde mich als Stadtbürgermeister, zusammen mit unserem Landtagsabgeordneten Marcus Klein bei der Landesregierung dafür einsetzen, dass Kommunen künftig finanziell besser ausgestattet werden.

3. Was ist Ihrer Meinung nach das dringlichste Problem in Landstuhl, dem sich die Stadtspitze in der kommenden Legislaturperiode primär widmen sollte?

Markus Götttel: Bei der Frage nach konkreten Projekten für Landstuhl betonte ich zunächst die Stärkung des Dialogs mit den Bürgern als oberste Priorität. Dies wird durch regelmäßige Bürgerversammlungen, Online- und Offline Benachrichtigungen und offenen Sprechstunden erfolgen.
Des Weiteren betonte ich die Notwendigkeit, die Ausgaben der Stadt zu überprüfen, um effizienter mit den vorhandenen Ressourcen umzugehen. Dies könnte bedeuten, Budgets zu analysieren, um unnötige Ausgaben zu identifizieren und Einsparungen zu ermöglichen, ohne die Qualität der Dienstleistungen für die Bürger zu beeinträchtigen.
Zudem strebe ich die Intensivierung der Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen hervor. Durch eine verstärkte Partnerschaft können wir Synergien nutzen und gemeinsam an Projekten arbeiten, die das soziale und kulturelle Leben in Landstuhl bereichern und stärken.

Mattia de Fazio: In Landstuhl müssen wir viel aufholen. Ganz wichtig ist mir ein Konzept zur Sanierung unserer Infrastruktur. Dazu gehören vor allem die Straßen und Bürgersteige, aber auch Plätze für Kinder und Jugendliche.
Genauso wichtig ist mir der Zusammenhalt der Generationen, weshalb ich unseren Senioren die Möglichkeit zu einem regelmäßigen Treffen bieten möchte, dies in Zusammenarbeit mit unseren örtlichen Vereinen, denen ich mit einem Vereinsring die Möglichkeit bieten möchte, sich besser zu vernetzen und Reibungsverluste zu minimieren.
Außerdem müssen wir endlich unser Gewerbegebiet Fleischackerloch entwickeln, damit wir als Stadt die Einnahmenseite steigern können, um so finanziellen Spielraum für die Entwicklung unserer Stadt zu generieren. Dies und die weiteren Punkte aus meinem Wahlprogramm in Kombination mit einer besseren und transparenteren Information unserer Bürger sehe ich als notwendig an, um verlorengegangenes Vertrauen zurückgewinnen zu können.

4. Die Landstuhler Stadthalle arbeitet hochdefizitär. Haben Sie Ideen, wie sich diese Situation verbessern lässt und wie sehen diese aus?

Markus Götttel: Die Landstuhler Stadthalle ist zweifellos eine Herausforderung, aber wir werden das Problem lösen.
Die Lösung ist einfach: Wir müssen die Einrichtung für eine breitere Palette von Veranstaltungen und Zwecken öffnen. Eine effiziente Kostenanalyse und -optimierung ist unabdingbar, um die finanzielle Situation zu verbessern.
Es ist von entscheidender Bedeutung, lokale Unternehmen in den Prozess einzubinden, um gemeinsam nachhaltige Lösungen zu finden.

Mattia de Fazio: Wie bereits erwähnt konnte das jährliche Defizit der Stadthalle durch unseren Antrag auf Umstrukturierung bereits um die Hälfte reduziert werden. Wir sparen so jährlich über 500.000 Euro im Vergleich zu vorher ein. Gleichzeitig haben wir mehr Buchungen zu verzeichnen wie vorher. Dies geht aber vermehrt in die Richtung von Vermietungen für Firmenevents, Jubilarfeiern, Geburtstage, etc.
Kultur kostet Geld und ist immer ein Zuschussgeschäft. Genauso wie beim Hallenbad gilt es zu prüfen, ob eine Zusammenarbeit mit umliegenden Gemeinden sinnvoll ist. Wir müssen uns die Frage stellen, ob es noch zeitgemäß ist, innerhalb von 4,5 Kilometern und 8 Minuten Fahrzeit zwei große kulturelle Angebote zur Verfügung stellen zu können. Besser wäre es doch, dass man miteinander spricht und sich manche Aufgaben teilt.
Insgesamt sehe ich es jedoch so, dass Landstuhl als einziges Mittelzentrum im Landkreis eine Veranstaltungshalle für ihre Vielzahl an Schulen, Unternehmen und Bürger bereithalten sollte, sofern wir uns das finanziell leisten können.

5. Der Ausbau der Kaiserstraße ist das zentrale Projekt im Stadtumbau. Wie stehen Sie dazu, welche Chancen bieten sich Ihrer Meinung nach für die Stadt durch die Neugestaltung der Straße?

Markus Götttel: Als Bürgermeisterkandidat bin ich klar dafür, dass wir unsere Stadt bezahlbar modernisieren und umgestalten. Das kommt allen zugute. Selbstverständlich. Ich habe jedoch massive Einwände gegen die aktuellen Pläne. Ich habe erhebliche Bedenken gegen den Wegfall der Kurzzeitparkplätze und auch gegen den gewählten Zeitpunkt. Einige Punkte der Planung überzeugen mich, andere halte ich für unbedacht und zu aufwendig. Gerade in Zeiten leerer Kassen wird dies zu einer massiven finanziellen Belastung unserer Bürger führen. Außerdem besteht die Gefahr, dass alteingesessene Geschäfte, die sich noch nicht oder gerade aus den Folgen der Pandemie erholt haben, aussterben.

Mattia de Fazio: Die Zeit des Umbaus wird für alle ansässigen Gewerbetreibenden viele Nerven und vermutlich auch einiges an Kosten bzw. Mindereinnahmen verursachen. Diese Mindereinnahmen zu reduzieren, sehe ich als zentrale Aufgabe aller Beteiligten in den kommenden 1,5 bis 2 Jahren. Dies kann und muss aber in Zusammenarbeit mit der Fördergemeinschaft (FöG) passieren. Meines Wissens wurden schon Gespräche zwischen dem Stadtbürgermeister, der eingestellten Kümmerin und der FöG geführt, wie dies geschehen kann. Ein Ansatz wäre z.B., dass man in den umliegenden Amtsblättern und in den sozialen Netzwerken mit Parkmöglichkeiten oder Anfahrtsmöglichkeiten während des Umbaus wirbt. Dies müsste aber schon in Arbeit sein, da die Gespräche schon vor einiger Zeit stattgefunden haben.
Grundsätzlich sehe ich großes Potenzial nach dem Umbau der Kaiserstraße. Wir wollen eine lebendige und belebte Stadt und das geht nur, wenn wir sie Stadt weiterentwickeln und mit der Zeit gehen, ohne jedoch den historischen Charakter zu verlieren. Landstuhl ist einer der schönsten und historischsten Orte in der Umgebung mit einer im Vergleich immer noch hohen Anzahl an Geschäften.
Der Kanal muss in großen Teilen der Kaiserstraße ohnehin erneuert werden. Eine Sperrung der Straße wäre hier ebenfalls unumgänglich gewesen. Auch die Bürgersteige und Fahrbahn haben es dringend nötig erneuert zu werden. Es ist deshalb folgerichtig gewesen das Projekt Stadtumbau fortzusetzen und von der 80 prozentigen Förderung zu profitieren. Ansonsten wären die Kosten für die Sanierung des Kanals bzw. der damit zusammenhängenden Erneuerung des Unterbaus und der Oberfläche allein bei den Bürgern hängen geblieben. Dass die Förderung durch den Fördergeber an gewisse Anforderungen für eine höhere Aufenthaltsqualität geknüpft ist, ist selbstredend.

6. Naturschutz oder Neubau-/Gewerbegebiete? Wem räumen Sie Priorität ein?

Markus Götttel: In diesem Zusammenhang möchte ich klarstellen, dass es keine einseitige Priorität geben kann. Es gibt keine Frage des „entweder oder“. Es muss eine ausgewogene Berücksichtigung sowohl des Naturschutzes als auch der Entwicklung von Neubau- oder Gewerbegebieten geben, um eine nachhaltige Lösung zu erreichen.
Die Balance zwischen Naturschutz und der Entwicklung von Neubau- oder Gewerbegebieten ist eine vielschichtige Angelegenheit, die eine sorgfältige Abwägung verschiedener Interessen erfordert.
Es ist von entscheidender Bedeutung, sowohl den Schutz der Umwelt als auch die Bedürfnisse der Gemeinde und ihrer Wirtschaft in Betracht zu ziehen. Wir streben nach nachhaltigen Lösungen, die den Schutz der natürlichen Ressourcen und Reservate sowie die Entwicklungsmöglichkeiten in Einklang bringen. Eine ausgewogene Herangehensweise, die auf Dialog, Kompromissbereitschaft und langfristigem Denken basiert, ist der Schlüssel zu den bestmöglichen Ergebnissen für alle Beteiligten.

Mattia de Fazio: Sowohl als auch. Wir können es uns als Stadt nicht leisten, wenn immer mehr junge Menschen die Stadt auf Grund Wohnungsmangels verlassen. Das stelle ich aber unter den jungen Leuten hier fest. Der Traum ist immer noch ein Einfamilienhaus mit kleinem Garten. Deshalb finde ich es richtig, wenn Angebote geschaffen werden, um auch die Kosten für Wohnraum zu senken. Dass die Entwicklung des Neubaugebietes „Am Rothenborn“ richtig war, zeigt die dreifache Belegung aller Bauplätze vor Corona und dem Krieg. Ich bin zuversichtlich, dass nach und nach auch die verbliebenen städtischen Grundstücke verkauft werden können. Wir als CDU haben darauf gedrängt, junge Landstuhler Familien, die sich am Ort engagieren und ohne bereits vorhandene Immobilie sind, zu fördern. Der erstellte Bebauungsplan sieht weitreichende Maßnahmen für den Naturschutz in Neubaugebieten vor, die durch alle Häuslebauer umgesetzt werden müssen. Zusätzlich wurde die Errichtung sogenannter Schottergärten verboten.
Ebenso sind naturschützende Maßnahmen für Gewerbegebiete in der Landesbauordnung vorgesehen. Z.B. müssen Fassadenflächen oder Dächer unter Umständen begrünt werden. Auch bieten Dachflächen Potenzial für Photovoltaik-Anlagen.

7. Angriffe, Anfeindungen und Beschimpfungen von Politikern im Wahlkampf sind derzeit ein großes Thema. Mussten Sie so etwas auch schon erleben?

Markus Götttel: Nein! Angriffe auf Politiker kenne ich nur aus der Zeitung und der Presse.
Ich habe Angriffe, Ausgrenzungen und Beschimpfungen erlebt, zum Beispiel gegen „Impfgegner“, Raucher, Polizeikräfte und „Ortsfremde“. Ich bin natürlich nicht damit einverstanden.

Mattia de Fazio: Ich bin froh, dass ich noch keinen Angriffen entgegentreten musste. Was jedoch stark zugenommen hat, ist meiner Auffassung nach, dass es vermehrt Anfeindungen in den sogenannten Sozialen Medien gibt. Hier ist der Ton sehr viel rauer geworden. Ich merke zunehmend, wie wichtig es ist, seine Familie zu schützen. Hier hat sich das Verhalten in Social Media beispielsweise schon verändert.

8. Würden Sie sich als Stadtbürgermeister ein Dienstrad zulegen?

Markus Götttel: Ich werde das nicht tun und muss dazu nicht allzu viel erklären, denn ich fahre bereits seit Jahren konsequent mit meinem E-Bike in und um Landstuhl. Das ist nicht nur praktisch, weil es meine anfälligen Knie stärkt, sondern macht mir auch richtig Spaß.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich das Fahrrad hin zur Arbeitsstätte eigentlich nur bei schönem, trockenem Wetter nutze. Ich bin ein reiner „Schön-Wetter-Fahrer zur Arbeit“.
Ich nutze das Rad regelmäßig in meiner Mittagspause und wenn ich mein Rad in meiner Freizeit nutze, machen mir natürlich auch ein paar Regentropfen nichts aus.

Mattia de Fazio: Ich besitze schon ein E-Bike als Dienstrad und fahre damit schon jetzt regelmäßig mit Fraktionskollegen von der Atzel aus ins Rathaus zu Sitzungen und Terminen. Ich mache dies aber auch vor allem, um zu schauen, wo es Verbesserungspotential z.B. in der Straßenführung für Radverkehr oder dem Zustand der Straßen gibt.

9. Warum sollen die Menschen in Landstuhl für Sie als Bürgermeister stimmen?

Markus Götttel: Ich bin offen und ehrlich und habe den Mut, mich gegen jegliche Art von Willkür zu wehren.
Ich werde das Amt nicht nutzen, um einen politischen Aufstieg zu planen. Meine berufliche Karriere habe ich bereits abgeschlossen.
Ich bin unabhängig von jeglicher Parteienideologie. Ich muss „keiner Herde nachrennen“.
Weil ich mehr Öffentlichkeitsarbeit wagen werde.

Mattia de Fazio: Ich bin seit meinem 16. Lebensjahr berufstätig und habe in den letzten 14 Jahren – unterbrochen durch eine dreijährige Weiterbildung – herausfordernde Positionen sowohl im Handwerk als auch in der Industrie nebst Verwaltung begleitet. Dabei habe ich in Projekten viel mit Kolleginnen und Kollegen zusammengearbeitet, stets geprägt von einer pragmatischen Arbeitshaltung, um effektiv zu der bestmöglichen Lösung für alle zu gelangen. Ich weiß daher aus Erfahrung, wie man Mitarbeiter führt, motiviert und fördert. Eine offene Gesprächskultur auf Augenhöhe und gegenseitiges Vertrauen ist hierbei für mich das A und O.
Durch die Ratsarbeit der vergangenen zehn Jahre konnte ich viel an Erfahrung sammeln, die ein Stadtbürgermeister zwingend braucht. Mit der Arbeit als Stadtchef könnte ich direkt beginnen, da ich die Themen kenne und weiß, woher manche Entscheidung rührt. Wir müssen in Landstuhl viel aufholen. Ein Stadtbürgermeister ohne Erfahrung würde Landstuhl weitere Jahre zurückwerfen.
Neben dem Rückhalt der Familie braucht es vor allem Herz, Leidenschaft und Liebe zur Heimat. Dies alles habe ich und werde dies auch beibehalten. Ich stehe mitten im Leben, bin verheiratet, habe Kinder, lebe also den Alltag einer durchschnittlichen Landstuhler Familie. Seit zehn Jahren engagiere ich mich mittlerweile in der Kommunalpolitik, arbeite zudem klassisch im Angestelltenverhältnis in der privaten Wirtschaft. Diese Kombination finde ich wichtig, da ich viele Dinge aus der Sicht eines Bürgers sehe und dieses Wissen verknüpft mit meinen beruflichen Erfahrungen für uns alle gewinnbringend einsetzen kann.
Mit mir als jungem, dynamischen und ergebnisorientierten Stadtbürgermeister werden wir endlich Neues ermöglichen: Im Dialog, auf Augenhöhe und transparent. Ich werde präsent sein, aktiv zuhören, andere Meinungen ernst nehmen und offen sein für andere Ideen und Lösungsvorschläge. Ideen und Visionen werde ich mit mutigen Entscheidungen ideologiefrei in die Tat umsetzen. Das entspricht meiner Geisteshaltung. Ich stehe für einen Politikstil, bei dem die Zusammenarbeit mit allen politischen Gruppen im Stadtrat vertrauens- und respektvoll erfolgt. Ich bin fleißig, habe ein starkes Netzwerk und bin ein absoluter Team-Player. Dafür stehe ich – vor und nach der Wahl.

10. Was ist Ihr bester politischer Witz?

Markus Götttel: Ich liebe einen tollen ironischen Witz den der US Präsident Ronald Reagan erzählte und der geht so:
Reagan erzählt dem russischen Präsidenten voller Stolz. Wir sind ein freies Land. Hier in der USA kann ein Bürger ins Weiße Haus kommen, mit der Faust auf den Tisch des Oval Office schlagen und sagen, Herr Präsident Reagan, mit allem Respekt, aber mit ihrer Politik bin ich überhaupt nicht einverstanden.Und kann danach als freier Mann wieder nach Hause gehen.
Daraufhin erwiderte der russische Präsident: Das ist bei uns in Russland auch kein Problem. In Moskau kann auch jeder Russe in den Kreml kommen und mit der Faust auf den Tisch hauen und sagen, dass er bei allem Respekt, mit der Politik von Reagan nicht zufrieden ist und auch als freier Mann wieder nach Hause gehen.

Mattia de Fazio: Erich Honecker und Helmut Kohl traten in einem sportlichen Wettlauf gegeneinander an. Helmut Kohl gewann, Erich Honecker verlor. Die DDR-Presse schrieb am nächsten Tag: Erich Honecker belegte einen hervorragenden zweiten Platz, Helmut Kohl wurde vorletzter!

11. Welchen Wunsch haben Sie für die Stadt Landstuhl für die nächste Zukunft?

Markus Götttel: Ich wünsche unserer Stadt einen starken Stadtrat, der den Mut hat, unsere Stadt zu gestalten und innovative Visionen umzusetzen.
Wirtschaftlichen Wohlstand mit einem ökologischen Fußabdruck.
Soziale Inklusion mit der entsprechenden Bildung und Kultur.
Eine exzellente Gesundheitsversorgung inklusive einer modernen Infrastruktur.
Sicherheit in einer lebendigen Nachbarschaft.

Mattia de Fazio: Ich würde mir wünschen, dass wir nicht nur das Negative sehen, sondern dass auch das Positive gesehen wird, daran würde ich gerne arbeiten. Das geht u.a. mit einer transparenten, verständlichen und proaktiven Kommunikation sowie der Einbindung aller ehrenamtlich tätigen Personen im Stadtrat und darüber hinaus. Dann bekommen wir auch den nötigen Zusammenhalt innerhalb unserer schönen Stadt wieder hin.
Für die Ratsarbeit wünsche ich mir, dass der zukünftige Rat und die darin handelnden Personen nur Landstuhl im Blick haben und keine „Dagegen-Politik“ betreiben, um von der Presse gehört und mit ihrer Meinung publiziert zu werden. Wenn wir getreu dem Motto „Landstuhl. Gemeinsam. Machen.“ handeln, dann können wir in Landstuhl Großes schaffen, davon bin ich überzeugt!

 

 

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