– Einwohnerversammlung zum bevorstehenden Ausbau der Kaiserstraße –

Gut besucht, kontrovers diskutiert, nicht immer optimal moderiert – mit diesen drei Attributen kann man die Einwohnerversammlung zum in wenigen Wochen startenden Ausbau der Kaiserstraße in charakterisieren, zu der die Landstuhler Stadtspitze für den vergangenen Dienstagabend in die Stadthalle eingeladen hatte.
Zwischen 150 und maximal 200 Menschen aus der Stadt waren gekommen, um sich aus erster Hand über die Arbeiten informieren zu lassen, die im April oder Mai beginnen sollen und die rund zwei Jahre dafür sorgen werden, dass die Magistrale durch die Kernstadt zumindest vom Durchfahrtsverkehr nicht genutzt werden kann. Unter den Besuchern waren naturgemäß Gewerbetreibende, die ihr Geschäft in der Kaiserstraße haben, viele Anwohner aus der Landstuhler Innenstadt, zahlreiche Mitglieder des Landstuhler Stadtrats sowie einige interessierte Bürger aus der Stadt und sogar aus dem Umland. Für die Informationen sorgten zwei Vertreter des mit der Planung beauftragten Ingenieurbüros Obermayer aus Kaiserslautern sowie Stadtbürgermeister Ralf Hersina.Vorweg sei genommen, dass sich diese nicht immer optimal auf die Versammlung vorbereitet zeigten. Beispielsweise konnten die mit der Planung beauftragten Ingenieure zwar genau beziffern, wie viele Bäume in der Kaiserstraße gepflanzt werden, die Zahl der Parkplätze, die nach dem Umbau in Landstuhls Haupteinkaufsstraße zur Verfügung stehen wird, war ihnen jedoch zum Zeitpunkt der Versammlung nicht präsent, obwohl gerade dies insbesondere die Gewerbetreibenden seit Beginn der Planung regelrecht umtreibt, wie am Dienstagabend erneut deutlich wurde.
Eingangs der Versammlung betonte Stadtbürgermeister Hersina, dass der Ausbau der Kaiserstraße das wesentliche Großprojekt im Zuge des Stadtumbaus darstellt. Hersina bat die Beteiligten um Verständnis, dass die Bauarbeiten in einer Straße stets mit Behinderungen für die Anwohner und Besucher verbunden seien, skizzierte jedoch auch, dass man die Planungen für die Kaiserstraße bewusst mit der Prämisse verbunden habe, diese Behinderungen so gering wie Möglich zu halten. So sei jedes Anwesen in der Regel auch mit dem Pkw erreichbar wozu auch im direkten Baustellenbereich halbseitig mit Schotterstraßen gearbeitet werde.
Bei Fragen, Anliegen oder Beschwerden im Zusammenhang mit den Bauarbeiten forderte Hersina die Anwohner auf, sich an ihn zu wenden. „Gemeinsam werden wir auch die Bauarbeiten in der Kaiserstraße zu einem guten Ende bringen. Das haben wir auf dem Alten Markt und in der Ludwigsstraße geschafft und das gelingt uns auch in der Kaiserstraße“, forderte Hersina zur Zusammenarbeit aller Beteiligten auf.
Die eigentlichen Bauarbeiten in der Kaiserstraße würden in drei Bauabschnitten durchgeführt: Beginnend im Norden von der Eisenbahnstraße bis zur Wiesenstraße, dann von der Wiesenstraße bis Pallmanns Eck und schließlich von Pallmanns Eck bis zur Von-Richthofen-Straße. Die Zufahrt zur Philipp-Fauth-Straße und dem Sickingen-Gymnasium erfolge während des ersten Bauabschnitts über die Straße Am Berg, in der das Parken verboten sein wird. Die Stadt biete für die Anwohner in dieser Zeit Ersatzparkplätze auf dem Neuen Markt an. Die gesamte Bauzeit wurden auf zirka zwei Jahre veranschlagt, wobei auf jeden der drei Bauabschnitte zirka ein drittel der Zeit entfallen wird.
Bevor mit den eigentlichen Arbeiten begonnen wird, so kündigte der Stadtbürgermeister an, werde zwischen Wiesenstraße und Eisenbahnstraße nach Blindgängern aus dem Zweiten Weltkrieg gesucht. „Die Auswertungen von Luftaufnahmen aus dieser Zeit lässt vermuten, dass sich dort etwas im Erdreich verbergen könnte“, sagte Hersina. Notwendig sei die Kampfmittelerkundung unter anderem auch deshalb, weil nur im ersten Bauabschnitt der Abwasserkanal erneuert werde, was umfangreiche Tiefbauarbeiten notwenig machte, die in der weiteren Kaiserstraße nicht in diesem Maße notwendig seien.
Wie die Vertreter des Planungsbüros grundsätzlich zum Ausbau ausführten, werden die Straße in ihrer kompletten Länge eine Breite von 4,50 Meter einschließlich zweier jeweils 50 Zentimeter breiten Rinnen erhalten, die für den Begegnungsverkehr befahrbar seien. Die Straße sei breit genug für zwei Pkw und auf eine maximale Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometer ausgelegt. Mit dem ÖPNV habe man, so Hersina, im Vorfeld abgesprochen, dass Omnibusse künftig nicht mehr den zentralen Bereich der Kaiserstraße passieren müssten. „Am neuen Markt wird künftig so etwas wie ein zentraler Omnibusbahnhof für die Stadt entstehen. Von dort fahren die Busse entweder über die Bahnstraße ab oder über den neuen Kreisel an Pallmanns Eck, wenn Sie auf die Höhe müssen“, sagte Hersina. Die Radien des neuen Kreisels seien so dimensioniert, dass er auch von einem Gelenkbus umrundet werden könnte, so die Planer auf Nachfrage.
Hauptansatzpunkt für Kritik aus den Reihen der Bürgerschaft war die Ankündigung, dass die Einmündungsbereiche der Seitenstraßen mit so genanntem Prägeasphalt optisch und baulich hervorgehoben werden sollen. Dabei werde der übliche Asphalt durch einen besonders eingefärbten Straßenbelag ersetzt und erhalte eine pflasterähnliche Struktur. Durch diese Abschnitte würde die Aufmerksamkeit der Autofahrer erhöht, was an neuralgischen Punkten die Verkehrssicherheit erhöhe, so die Intention der Planer. Kritiker äußerten die Befürchtung, dass die Bereiche mit den Prägeasphalt für mehr Straßenlärm sorgten, außerdem würden diese Bereiche schneller verschleißen als „normale“ Straßenabschnitte, wurde befürchtet.
Schließlich, so kündigte Hersina an, wolle man die Bauarbeiten in der Kaiserstraße dazu nutzen, im Vorgriff eines in Zukunft möglichen Glasfaserausbaus in Landstuhl, im Straßenuntergrund ein Leerrohrsystem einzubauen, das die neuen Datenleitungen aufnehmen könne, so Landstuhl irgendwann Anschluss an die schnelle Datenautobahn bekomme. Während der Tiefbauarbeiten sei es ebenfalls Möglich, bereits entsprechende Hausanschluss herzustellen, sprich die Leerrohre bis in die Keller der Anwesen zu verlegen. Interessenten an einem Glasfaseranschluss in der Kaiserstraße könnten sich bereits jetzt bei der Stadtspitze melden, kündigte der Bürgermeister an. (Von Jürgen Link)

<- Zurück zur Übersicht