Seit mehr als einem Jahr dürfen schwere Lkw und Busse nicht mehr über die Bahnbrücke an der L363 fahren. Die angekündigte Verstärkung lässt weiter auf sich warten. Nun gibt es einen neuen Zeitplan – doch selbst eine Freigabe noch in diesem Jahr ist keineswegs sicher.
Eigentlich sollte das Problem längst zumindest vorübergehend entschärft sein. Doch noch immer weisen die Schilder an der Bahnbrücke der L363 schweren Fahrzeugen den Weg außen herum: Für Lastwagen und Busse über 3,5 Tonnen bleibt die wichtige Verbindung in Landstuhl gesperrt.
Der Grund liegt tief im Inneren des mittlerweile 65 Jahre alten Bauwerks. Bei Untersuchungen hatte der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Probleme mit den verwendeten Spannstählen festgestellt. Durch sogenannte Spannungsrisskorrosion kann die Tragfähigkeit beeinträchtigt werden. Das Tückische daran: Schäden müssen sich nicht erst durch deutlich sichtbare Risse ankündigen, im ungünstigsten Fall kann es zu einem plötzlichen Versagen kommen.
Der LBM zog deshalb im Juni 2025 die Konsequenzen und sperrte die Brücke für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen. Seither wird der Schwerlastverkehr, der von oder zur Autobahn unterwegs ist, über die Bruchwiesen- beziehungsweise Bahnstraße umgeleitet.

Aus einer Übergangslösung wird eine Geduldsprobe

Dass die 1961 errichtete Spannbetonbrücke auf Dauer ersetzt werden muss, steht bereits fest. Bis zu einem Neubau sollen allerdings noch einige Jahre vergehen. Deshalb war vorgesehen, die vorhandene Konstruktion so zu verstärken, dass sie zumindest vorübergehend wieder von schwereren Fahrzeugen genutzt werden kann.
Nur: Die dafür notwendigen Arbeiten haben sich inzwischen mehrfach verzögert.
Ursprünglich war die Sicherungsmaßnahme bereits für den Herbst vergangenen Jahres vorgesehen. Später stellte der LBM eine Umsetzung im Sommer 2026 in Aussicht. Doch auch daraus wurde bislang nichts.
Für Landstuhl ist das zunehmend ärgerlich. Stadtbürgermeister Mattia De Fazio drängt seit Monaten auf eine schnelle Lösung. Ihm geht es dabei nicht nur um einen besseren Verkehrsfluss, sondern auch um die Belastung der städtischen Straßen, über die der Schwerlastverkehr während der Sperrung geführt werden muss.
De Fazio nutzte deshalb einen Ortstermin mit dem Chef der Staatskanzlei, Marcus Klein, und Innenstaatssekretär Markus Wolf, um das Thema noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen. „Vor Ort habe ich die Dringlichkeit unseres Anliegens geschildert“, berichtet der Stadtbürgermeister. Mit dabei war auch Christopher Bretscher, Leiter der Finanzabteilung der Verbandsgemeinde. Er machte deutlich, dass aus Sicht der Kommune für die zusätzliche Belastung der Bruchwiesenstraße durch den Umleitungsverkehr ein finanzieller Ausgleich notwendig sei.

Ausschreibung soll bis September erfolgen

Bewegung scheint nun zumindest in die geplante Verstärkung der Brücke zu kommen. Nach Angaben De Fazios meldete sich noch am selben Tag der LBM bei ihm.
Demnach soll das Bauwerk durch eine senkrechte Querkraftverstärkung ertüchtigt werden. Die Ausschreibung der Arbeiten ist bis September vorgesehen. Für die anschließende Ausführung rechnet der LBM mit einer Bauzeit von rund drei Monaten.
Ob damit noch in diesem Jahr wieder schwere Fahrzeuge über die Brücke rollen können, ist allerdings offen. Ein Teil der Arbeiten muss von der Bahnseite unterhalb des Bauwerks ausgeführt werden. Das macht zusätzliche Abstimmungen erforderlich und könnte den Zeitplan weiter beeinflussen.
De Fazio hofft dennoch auf eine möglichst schnelle Umsetzung und steht nach eigenen Angaben weiterhin mit dem Landesbetrieb in Kontakt.

Neubau frühestens 2030

Die Verstärkung kann ohnehin nur eine Zwischenlösung sein. Langfristig führt an einem Neubau kein Weg vorbei. Nach den Informationen, die De Fazio vom LBM erhalten hat, ist dieser frühestens für das Jahr 2030 vorgesehen.
Der Stadtbürgermeister hat deshalb noch eine andere Idee ins Spiel gebracht. Im Jahr 2028 soll die Bahnstrecke zwischen Ludwigshafen und dem französischen Forbach wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten über Monate gesperrt werden. Warum, so seine Überlegung, sollte man eine solche ohnehin außergewöhnliche Betriebspause nicht gleichzeitig für den Neubau der Landstuhler Brücke nutzen?
De Fazio selbst dämpft allerdings die Erwartungen. Angesichts der notwendigen Planungen und zahlreichen Abstimmungen hält er eine Umsetzung bereits 2028 für wenig wahrscheinlich.
Damit bleibt Landstuhl vorerst nur die Übergangslösung – und die Hoffnung, dass aus dem jetzt genannten Zeitplan für die Verstärkung diesmal tatsächlich Bauarbeiten werden. (von J. Link)

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