– Ein Kommentar von Jürgen Link –

Die Polizei betont immer wieder, dass es sich bei der Lautrer Innenstadt nicht um einen unsicheren Ort oder gar einen Brennpunkt der Kriminalität handelt. Das mag zwar so sein, wenn man die rein statistischen Daten und die gesetzliche Definition solcher Orte als Maßstab heranzieht, was jedoch bleibt, ist bei vielen Menschen ein Gefühl der Unsicherheit, wenn sie zwischen Mall und Pfalztheater unterwegs sind.
Genährt wird dieses Gefühl noch zusätzlich durch Schlagzeilen in den medien, in den sozialen Netzwerken und nicht zuletzt auch durch die Pressemitteilungen der Polizei selbst.  Konzentriert betrachtet entsteht so auf einmal ein Bild von einer Innenstadt, das mehr dem Bahnhofsviertel in Frankfurt am Main gleich, als an einen „Wohlfühlort“, von dem Oberbürgermeisterin Beate Kimmel so gerne im Bezug auf Kaiserslautern spricht.

Beispiele gefällig?

3. März: 22-Jähriger stirbt nach Messerangriff
25. Februar: Raubüberfall auf dem Willy-Brandt-Platz
18. Februar: Exhibitionist am Fackelrondel
13. Februar: Bedrohung in der Zollamtstraße
13. Februar: 18-Jähriger in der Seminargasse überfallen
29. Januar: Exhibitionist in der Zollamtstraße
16. Januar: 15-Jähriger am Altenhof um Geldbeutel beraubt
14. Januar: Raub: Täter fühlt sich durch Vereinsjacke provoziert
12. Januar: 68-Jähriger wird auf Synagogenplatz beraubt und verletzt
12. Januar: Mülltonnen in der Fackelstraße in Brand gesteckt

Soweit die Schlagzeilen, die die Innenstadt von Kaiserslautern betreffen und die seit Beginn des Jahres auf dem Infoportal der Polizei veröffentlicht wurden. Über die Dunkelziffer, also die Taten, die warum auch immer nicht gemeldet werden, kann und will ich hier keine Aussagen machen, weil es sich dabei um reine Spekulationen handelt.
Ein Blick in die so genannten sozialen Netzwerke zeigt jedoch, dass die Wogen angesichts der jüngsten Messerstecherei ungeheuer hochschlagen. Ungeachtet der üblichen Kommentare bei solchen Fällen und dem fast schon unvermeidlichen Ruf nach einem „harten Durchgreifen“ wird in einigen Kommentaren (nicht nur von weiblicher Seite) leider auch geäußert, dass man nicht mehr in die Lautrer Innenstadt geht, weil man Angst hat.
Das sollte durchaus Anlass zum Nachdenken geben über die wirklichen Qualitäten einen Wohlfühlstadt!

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