– Beigeordneter Peter Kiefer hat Treffen mit dem Präsidenten der SGD Süd anberaumt –

„Dass der Gelterswoog schon immer auf eine künstliche Wasserspeisung angewiesen war, beweist die Tatsache, dass früher regelmäßig Tausende Kubikmeter Frischwasser dem Gewässer über den Tiefbrunnen Schäckersdell zugeführt wurden“, erläutert der Beigeordnete Peter Kiefer in der Stadtratssitzung am 30. Januar. Seit 2015 existiert jedoch kein Wasserrecht mehr zur künstlichen Befüllung des Gelterswooges, dennTrinkwasser wird mehr und mehr zum kostbaren Gut.
Dass beim „Hohenecker“ der Wasserspiegel seit einigen Jahren kaum mehr spürbar ansteige, ist den seit Jahren anhaltenden negativen Wasserbilanzen geschuldet. Erhöhte Temperaturen und verlängerte Vegetationszeiten führen zur erhöhten Verdunstung auf der großen Seeoberfläche sowie im Uferbereich. „Ohne zusätzliches Wasser geht es in den trockenen Jahren einfach nicht. Ich habe daher mit dem Präsidenten der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd demnächst ein Treffen anberaumt, in der Hoffnung, dass von Seiten der Oberen Fachbehörde uns eine mögliche Unterstützung angeboten wird“, so Kiefer.
Der Umweltdezernent nennt drei mögliche Wege, die den Erhalt des Gelterswoogs sichern könnten und die er gerne dem SGD-Präsidenten vorstellen möchte: „Die optimalste Lösung wäre es, wenn die  Stadtwerke eine Erlaubnis erhalten würden, um über den Tiefbrunnen Schäckersdell eine vorab festgelegte Höchstmenge an Wasser dem Gelterswoog zuzuführen. Das wäre meines Erachtens die einfachste Lösung. Eine andere Möglichkeit wäre die Genehmigung Wasser mittels einer Leitung vom Walzweiher in den Gelterswoog zu pumpen. Hierbei müssten natürlich alle privat-, wasser- sowie naturschutzrechtlichen Aspekte mit bedacht werden. Gespräche mit dem Eigentümer des Walzweihers hatten wir vorab schon mal geführt. Oder, und das ist ein ganz neuer Aspekt, wir erhalten die Genehmigung zur Bohrung eines eigenen Brunnens und führen auf diesem Wege dem Gelterswoog zusätzlich Wasser zu“, skizziert Kiefer die möglichen Optionen.
In einem ersten Schritt würde sich Kiefer wünschen, dass die Stadtwerke zunächst für einen überschaubaren Zeitraum die grundsätzliche Erlaubnis der SGD Süd erhalten, in den Gelterswoog jährlich rund 80.000 Kubikmeter Wasser einzuspeisen. Die Kosten für den Wasserverbrauch müsste die Stadt tragen. „Dann hätten wir Zeit gewonnen, um eine dauerhaft nachhaltige Lösung zu etablieren“, hofft Kiefer und betont: „Uns allen ist der Erhalt des Gelterswoogs ein Herzensanliegen. Dafür müssen wir bereit sein, entsprechend Geld in die Hand zu nehmen.“
Einen neuen Brunnen zu bohren und in Betrieb zu nehmen, könnte die Stadt nach einer groben Schätzung gut 200.000 bis 300.000 Euro kosten. Auch das Abpumpen von Wasser aus dem Walzweiher und Einleiten in den Gelterswoog mittels einer Leitung über die B270 kostet mit Wartung und Betrieb mindestens 400.000 Euro.
Der Stadtrat unterstützt das Vorgehen und fasste einen Grundsatzbeschluss, der konkret darlegt, wie wichtig der Erhalt des Naturguts für die Stadt und seine Bürgerschaft ist. (red) 

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