– Es sollte mehr Wertschätzung und Betreuung finden –
– Von Karl J. Pfaff –

Wer dem Mühlenwanderweg unterhalb der Autobahnbrücke der A62 von der Mittelbrunner Straße gegen Süden talabwärts folgt, erreicht nach dem Abstieg eine geräumige Lichtung. Hier wurde während des Autobahnbaus eine tiefe, künstlich angelegte Mulde mit einem Durchmesser von mehr als 100 Metern als Wasserrückhaltebecken angelegt. Ein Betonschacht mit Schieber sollte zur Regulierung des Füllstands dienen. Seit Jahren kann diese Möglichkeit nicht mehr genutzt werden. Der simple Grund dafür ist, dass der ca. 0,5 m² große Verschlussdeckel fehlt. Vermutlich ist die Metallplatte verrostet oder sogar entfernt worden.
Somit fließt das sich sammelnde Oberflächenwasser ungehindert durch die Rückhalte-Installation in den Stuhlbach weiter Richtung Wallhalb. Dies führt bei anhaltenden Starkregenzeiten dazu, dass all die vielen Wasserläufe in der Kette letztlich zu Hochwasserständen im weiteren Verlauf Richtung Rhein führen.
Das Rückhaltebecken war weitsichtig geplant und kann mehrere Tausend Kubikmeter Oberflächenwasser sammeln. Damit lassen sich mehrere Funktionen erfüllen.
Zunächst dient es pragmatisch dem Gefahrenausschluss einer plötzlichen Starkregenüberflutung. (Das Ahrtal hatte leider keine solch umfassenden Vorkehrungen.)
Der sich im Laufe des Jahres füllende Teich, mit einer Tiefe von über drei Metern und einem Durchmesser von ca. 100 Metern, kann neben der Nutzung als Feuerlöschreservoir mehrere wichtige Ökofunktionen übernehmen. Zum einen kann ein Teil des Wassers in das Erdreich diffundieren und damit in den Trockenmonaten das Wurzelwerk des Waldes zusätzlich mit Feuchtigkeit versorgen. Ein weiterer Aspekt liegt in der temperaturausgleichenden Wirkung der Wasserfläche in der Lichtung. Im Sommer sorgen die Wassermengen für Kühlung und bieten Zuflucht für die Tier- und Insektenwelt. Flora und Fauna finden in diesem Mikroklima wertvolle Nischen.
Auch Wanderer schätzen diesen Ruheort, der damit eine weitere touristische Aufwertung des Mühlenwanderweges erfahren würde. Denn die Wander-Apps wie z.B. KOMOOT, weisen dieses künstlich geschaffene Naturkleinod als Wasserfläche aus. Übrigens: Altbürgermeister Willi Haag legte dort oft eine kontemplative Mittagspause ein. Es genügt ein kurzer Arbeitseinsatz, ohne großen finanziellen Aufwand, die Schieberstange zu erneuern. Die Winterzeit ist günstig, diese sonnendurchstrahlte Lichtung erneut mit mehr Biodiversität zu bereichern. Für den Bauhof bietet sich bestimmt eine rasche, professionelle Lösung an.
Das Biotop kann durch Wasserpflanzen, wie Schilf u.ä. bereichert werden. So könnte die stetige Entwicklung des Teiches durch Schüler-AGs oder in Leistungskursen langjährig erforscht und dokumentiert werden. Auch Ehrenamtliche könnten Patenschaften übernehmen.

Fotos: Pfaff, Google

 

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