– Die Weiherrunde zeigt, wie „Leichte Wege“ funktionieren –
– Von Jürgen Link –
Spazierengehen liegt im Trend. Gerade für Menschen, die keine langen Wanderungen mit steilen Anstiegen unternehmen möchten oder können, gewinnen sogenannte „Leichte Wege“ zunehmend an Bedeutung. Sie verbinden Bewegung an der frischen Luft mit Naturerlebnis und Erholung – ohne sportliche Höchstleistungen zu verlangen. Ein besonders gelungenes Beispiel dafür ist die „Weiherrunde Sippersfeld“ am Sippersfelder Weiher im Donnersbergkreis.
Die Weiherrunde gehört zum landesweiten Projekt „Leichte Wege in Rheinland-Pfalz“, das Menschen jeden Alters und mit unterschiedlichen körperlichen Voraussetzungen den Zugang zur Natur erleichtern soll. Die Idee dahinter ist ebenso einfach wie überzeugend: Die Wege sind kurz, barrierearm, übersichtlich ausgeschildert und verfügen über zahlreiche Sitzgelegenheiten. Familien mit Kinderwagen, ältere Menschen, Personen mit Rollator oder Rollstuhl sowie Spaziergänger ohne große Wanderambitionen sollen die Strecken gleichermaßen nutzen können.
Für die Ausweisung als „Leichter Weg“ gelten klare Kriterien. Die Strecken sind höchstens fünf Kilometer lang, möglichst eben und gut begeh- beziehungsweise befahrbar. Eine einheitliche Beschilderung sorgt für Orientierung, zudem wird auf eine gute Erreichbarkeit und ausreichende Parkmöglichkeiten geachtet. Erkennbar sind die Wege an einem quadratischen Schild mit gelbem Hintergrund, rotem Rahmen und einem grünen Punkt in der Mitte.
Bekannt geworden ist das Konzept unter anderem durch die ersten „Leichten Wege“ in Kaiserslautern, die 2022 in Zusammenarbeit mit der Landesinitiative „Rheinland-Pfalz – Land in Bewegung“, dem Seniorenbeirat, dem Forstamt und der Tourist Information entstanden. Rundwege am Blechhammer-Weiher, im Hagelgrund und am Stiftswalder Forsthaus zeigen dort, wie niedrigschwellige Bewegungsangebote erfolgreich umgesetzt werden können.
Auch die Weiherrunde Sippersfeld folgt dieser Philosophie. Ausgangspunkt ist der Wanderparkplatz an der Landesstraße 394 südlich von Sippersfeld. Von dort führt ein etwa einen Kilometer langer Rundweg nahezu eben um den Sippersfelder Weiher, der regional auch als Retzbergweiher bekannt ist. Der Weg ist mit feinem Splitt befestigt, durchgehend gut ausgeschildert und verfügt über zahlreiche Bänke, die zum Verweilen einladen.
Besonders reizvoll sind die ständig wechselnden Ausblicke auf das Wasser. Im Frühjahr und Sommer sorgen blühende Seerosen für farbenfrohe Akzente, während der Weiher im Herbst und Winter oft eine beinahe mystische Atmosphäre entfaltet. Gerade diese Kombination aus Naturerlebnis und unkomplizierter Begehbarkeit macht den Rundweg zu einem attraktiven Ziel für einen kurzen Ausflug.
Wer etwas mehr Strecke zurücklegen möchte, kann die Tour um den rund 2,5 Kilometer langen Wegabschnitt „Erlenbruch“ erweitern. Dieser führt tiefer in den Wald hinein und weist stellenweise leichte Steigungen auf, bleibt aber insgesamt gut begehbar.
Ein besonderer Pluspunkt der Weiherrunde ist die Retzberghütte, die sich unmittelbar am Weg und in Sichtweite des Weihers befindet. Die ganzjährig bewirtschaftete Hütte hat sich weit über die Region hinaus einen guten Ruf erarbeitet. Serviert werden vor allem klassische Pfälzer Spezialitäten, die von Gästen regelmäßig gelobt werden. Bei schönem Wetter lädt der Biergarten mit Blick auf den Weiher zum Verweilen ein. Damit bietet die Retzberghütte genau jene gelungene Verbindung aus Naturerlebnis, Bewegung und Genuss, die das Konzept der „Leichten Wege“ auszeichnet.
So wird die Weiherrunde Sippersfeld ihrem Namen in jeder Hinsicht gerecht: Sie ermöglicht Bewegung ohne Hürden, führt durch eine reizvolle Landschaft und bietet mit der Retzberghütte ein lohnendes Ziel für eine entspannte Auszeit in der Natur.







































