– Bestände steigen leicht – Luchse nach wie vor vom Aussterben bedroht –

Zum Internationalen Luchstag am heutigen 11. Juni zieht der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) eine gemischte Bilanz: Die Bestände wachsen leicht, doch Luchse sind immer noch sehr stark auf menschliche Unterstützung angewiesen – im Gegensatz zu anderen rückkehrenden Arten wie Wildkatze, Wolf oder Seeadler, die in den letzten Jahrzehnten bereits viele Teile ihrer alten Heimat erfolgreich wiederbesiedelt haben.
Friederike Scholz, Wildtierexpertin beim BUND: „Luchse waren bei uns vollständig ausgerottet. Die wenigen Tiere in unseren Wäldern stammen alle von früher ausgewilderten Tieren ab oder sind kürzlich ausgewildert worden“.
Luchse breiten sich nur langsam aus. Die großen Katzen sind nicht so wanderfreudig wie zum Beispiel Wölfe. Besonders die Weibchen bleiben gerne in der Nähe ihrer Geburtsorte. Von den meist zwei bis vier Jungtieren überlebt oft nur eines bis zur Geschlechtsreife.
Scholz: „Luchse haben es bei uns nach wie vor schwer: Straßen, Siedlungen, Industrie- und Gewerbegebiete versperren wandernden Tieren den Weg. Sie werden überfahren, vereinzelt immer noch illegal getötet oder kommen anderweitig um.“Auswilderungsprojekte spielen daher eine zentrale Rolle bei der Rückkehr der Luchse. Denn an geeigneten Wäldern mangelt es nicht.

Hintergrund:
Laut der Roten Liste bedrohter Arten gilt der Luchs in Deutschland noch immer als „vom Aussterben bedroht“. Laut den letzten behördlichen Zahlen aus dem Jahr 2024 streifen mindestens 189 Luchse durchs Land. Alle Luchse in Deutschland stammen von früher ausgewilderten Tieren ab oder wurden kürzlich selber ausgewildert. Die meisten Luchse leben im Harz und im Bayerischen Wald. Hinzu kommen einige Luchse im Pfälzerwald, in Thüringen, Baden-Württemberg, Sachsen und Hessen. Die wenigen Luchsvorkommen sind stark voneinander isoliert. (Text und Foto: BUND)

 

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