– Erstes Deutsch-amerikanisches Veteranen- und Reservistentreffen –

Am vergangenen Samstag fand im Bürgerhaus in Hütschenhausen das Erste Deutsch-amerikanische Veteranen- und Reservistentreffen statt. Aufgerufen zu dem Treffen hatten der Verband der Reservisten der Bundeswehr (VdRBw) sowie der Bund Deutscher Einsatzveteranen. „We who served“, (auf deutsch „Wir, die gedient haben“) war das Motto des Treffens, das auf eine überaus große Resonanz stieß. Insbesondere die große Zahl der in der Region lebenden Veteranen der US-Streitkräfte, die am Samstag gemeinsam mit ihren Familien nach Hütschenhausen gekommen waren, bestätigte die Initiatoren in ihrem Vorhaben. Ursprünglich als kleines lokales Event geplant, hatte sich das Veteranentreffen nämlich überregional herumgesprochen.
„Das zeigt, dass wir bei den Amerikanern und bei den Deutschen den richtigen Nerv getroffen haben, nicht nur für einen Deutsch-amerikanischen Veteranentag sondern auch für die Schaffung eine Deutsch-amerikanische Veteranen-Initiative, um die Verbindungen der Veteranen beider Nationen dauerhaft zu vertiefen“, freute sich Bernhard Drescher, der Bundesvorsitzende des Bundes Deutscher Einsatzveteranen, der für den ersten Veteranentag extra aus Berlin in die Westpfalz gereist war.
Nach einem kurzen offiziellen Teil zum Beginn des Veteranentreffens, bei dem die amerikanische und deutsche Nationalhymne gespielt wurde, stand zwar der Austausch und die persönlichen Gesprächen an zentraler Stelle, allerdings ging es bei dem Treffen auch um ein ernstes Problem, mit dem nicht nur amerikanische und deutsche Veteranen nach ihren zum Teil traumatischen Einsätzen im Ausland zu kämpfen haben: dem Posttraumatischen Belastungssyndrom (PTBS).
„Seit fast 30 Jahren sind Bundeswehr-Angehörige bei Auslandseinsätzen in allen Teilen der Welt unterwegs. Viele von ihnen werden dabei auch in Kampfeinsätze verwickelt, nicht wenige durchleben traumatische Situationen und kommen mit einem Posttraumatischen Belastungsyndom zurück nach Deutschland“, berichtet Erwin Zemke, Stabsfeldwebel der Reserve und einer der Organisatoren des ersten Deutsch-amerikanischen Reservistentreffens aus seiner eigenen Dienstzeit. Gerade bei der PTBS-Therapie könnte die Bundeswehr viel von ihren US-amerikanischen Kollegen lernen, die bei den Behandlungsmöglichkeiten schon deutlich weiter seien.
Sehr Erfolgreich ist der Einsatz von Tieren in der Therapie, der bereits bei der Behandlung von anderen psychischen Störungen auch in Deutschland schon seit Jahren praktiziert wird“, berichtet Zemke, der vor einiger Zeit Kontakt zu Ursula Weishaupt und Thais Krings aufgebaut hat. Die beiden Reittherapeutinnen aus Wermelskirchen im Bergischen Land bieten seit Jahren eine Tiergestützte Therapie mit Pferden an und arbeiten dabei mit Menschen unterschiedlichster Altersstufen zusammen. „Der Kontakt zu Einsatzveteranen der Bundeswehr entstand eher zufällig 2021. Seit dem haben wir bei mehreren Patienten gute Erfahrungen gemacht. Der Kontakt zu den Pferden wirkt sich bei Menschen mit PTBS in unterschiedlicher Weise sehr positiv auf die Gesundheit und damit auf die Lebensqualität aus“, berichtet Weishaupt.
Zur Demonstration ihrer Arbeit haben die beiden Therapeutinnen ihre beiden Therapiepferde Ari und Amira schon am Vortag aus dem Bergischen Land nach Hütschenhausen gebracht und in einer Reithalle in unmittelbarer Nachbarschaft des Bürgerhauses untergestellt. Auf dem zur Reithalle gehörenden Reitplatz zeigen sie in den Nachmittagsstunden interessierten Veteranen und ihren Familien, wie die Reittherapie aufgebaut ist, und dass beim Kontakt zum Pferd als Co-Therapeut seelische Prozesse in Gang gesetzt werden, die sich bereits bei den ersten Begegnungen mit dem Tier positiv auf die Psyche des an PTBS Leidenden auswirkt.
Für die Musikalische Umrahmung sorgte der in München lebende Singer-Songwriter Jesse Cole. Selbst Einsatzveteran unterstützt er mit seiner Musik die Veteranen aus den Vereinigten Staaten und Deutschland und gab unter anderem 2016 und 2017 Konzerte bei den in Afghanistan stationierten Bundeswehr-Einheiten. Die Bewirtung übernahmen am Samstag die Aktiven der Reservistenkameradschaft Hütschenhausen sowie Ramstein/Landstuhl – unter anderem mit deftiger Erbsensuppe und selbst gebackenen Kuchen zum nachmittäglichen Kaffee. Organisationen des VdRBw waren auch in der Vergangenheit schon mehrfach in Hütschenhausen zu Gast. Ein Grund: Der Hütschenhausener Armin Weisenstein ist nicht nur Vorsitzende der VdRBw-Kreisgruppe Westpfalz sondern als Schriftführer auch im rheinland-pfälzischen Landesverband des Reservisten-Bundes aktiv. Die Gemeinde stellte den Veteranen am Samstag das Bürgerhaus kostenlos zur Verfügung. (red)

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