– Bedeutung der Kernzonen im Pfälzerwald –

Was geschieht, wenn der Mensch die Natur sich selbst überlässt? Wo gibt es Konflikte? Wo liegt der Nutzen? Um diese Fragen zu beantworten, lohnt der Blick in die Kernzonen des UNSECO Biosphärenreservates Pfälzerwald-Nordvogesen, wo sich die Natur ungestörter entwickeln kann.

Auf Initiative der Geschäftsstelle des Biosphärenreservats und des Hauses der Nachhaltigkeit von Landesforsten fand in Johanniskreuz in der vergangenen Woche eine Fachtagung zur Bedeutung dieser Schutzzonen statt. Unter dem Motto „Wo sich Natur frei entfaltet“ diskutierten Expertinnen und Experten aktuelle Forschungsprojekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Kernzonen machen im rund 180.000 Hektar umfassenden deutschen Teil des Biosphärenreservats drei Prozent der Fläche aus und verteilen sich auf zwanzig Einzelbereiche, in denen seit Jahren keine wirtschaftliche oder touristische Nutzung mehr stattfindet. „Rheinland-Pfalz ist mit 43 Prozent Waldfläche das waldreichste Bundesland. Der Pfälzerwald spielt hierbei eine besondere Rolle, denn er gehört zu den größten zusammenhängenden Waldnaturräumen Westeuropas.

Ulf Hohmann von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwissenschaft stellte seine Studie zur Entwicklung des Rotwildes in den vergangenen 19 Jahren in und rund um die größte Kernzone des Pfälzerwaldes vor. Die Studien kann man nachlesen unter https://fawf.wald.rlp.de

Um das Wiederansiedlungsprojekt von Luchsen ging es in dem Impulsvortrag von Julian Sandrini vom Koordinationszentrum für Luchs und Wolf (KLUWO). Die Tiere hätten sich gut etabliert, erklärte er und die Akzeptanz für die Beutegreifer sei sehr hoch.

Ohne forstwirtschaftlich und jagdliche Nutzung entwickelt sich in den Kernzonen der Urwald von morgen. Die Veränderungen geschehen im Verborgenen, sind aber den gleichen Beeinträchtigungen durch den Klimawandel und Luftschadstoffe ausgesetzt, wie der bewirtschaftete Wald. Um Entwicklungen für die breite Öffentlichkeit sichtbar zu machen, entsteht eine Fotodokumentation. Stefanie Ofer vom Biosphärenreservat, die im internationalen, Interreg-geförderten Projekt „Horizont Climatic“ insgesamt 70 Standorte im Biosphärenreservat regelmäßig aufnehmen lässt, zeigte Foto-Standorte aus den Schutzzonen.

Einen Blick in andere Schutzgebiete gewährte Stefanie Gärtner aus dem Nationalpark Schwarzwald. Sie zeigte anhand der Methodik von Langzeitstudien wie die Entwicklung der Artenvielfalt beobachtet werden kann. Weitere Informationen zum Biosphärenreservat und dem Thema Kernzonen unter www.pfaelzerwald.de.

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