Der erste Lockdown war schon hart und wir hatten Einbußen, sowohl was die Mitgliederzahlen als auch die Finanzen betrifft, zu verkraften. Der zweite Lockdown hat das nochmals getoppt. Wir haben seit November den Vereinsbetrieb und das Training komplett eingestellt“, beschreibt Timo Joas, der Erste Vorsitzende der Hundefreunde Landstuhl (VdH), die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Verein. Es wäre zwar theoretisch möglich, Training anzubieten, aber jeweils nur mit einer Person, einem Hund und dem Trainer, was allerdings für den VdH nicht umsetzbar sei, da für manche Angebote einfach mehr Personen auf den Platz müssten. „Wir haben dann gesagt, wenn das nicht für jede Abteilung umsetzbar ist, muss das Vereinsgeschehen eben komplett ruhen“, so Timo Joas.
Mittlerweile gingen den Mitgliedern jedoch so langsam die Geduld aus. „Mensch und Tier sitzen zuhause fest und können ihrem gewohnten Sport nicht nachgehen. Das ist nicht gut für den Mensch und erst recht nicht für den Hund. Hinzu kommt, dass auch unsere Jugendarbeit so gut wie zusammengebrochen ist, da wir Nichts anbieten können“, skizziert Timo Joas die nicht gerade erfreuliche Situation für den Verein.
Natürlich versuche man, den Kontakt zu den Mitgliedern aufrecht zu erhalten, habe beispielsweise Lehrvideos an die Mitglieder verschickt und helfe bei Fragen auch telefonisch weiter. „Online-Training mit dem Hund kann man halt schlecht anbieten“, sagt Timo Joas, der bedauert, dass auch die Arbeit rund um das Vereinsheim nur jeweils in Zweierteams durchgeführt werden kann. „Wir müssten Reparaturarbeiten am Terrassendach unseres Vereinsheims durchführen, aber auch das geht derzeit halt nicht“, so der Vorsitzende.
Von den politisch Verantwortlichen und der Verwaltung fühlt sich der Erste Vorsitzende des Landstuhler Vereins in der aktuellen Situation ein Stück weit alleine gelassen. „Man liest die neuesten Corona-Verordnungen durch und fragt beim Ordnungsamt nach, ob und wie es Möglichkeiten gibt, den Trainingsbetrieb wieder aufzunehmen, erhält aber keine klaren Aussagen“, so Timo Joas, der fast schon resigniert darauf wartet, bis man vom Gesetzgeber dezidiert die Freigabe erhalte, wieder loslegen zu können.
Gleichzeitig verstehen Timo Joas und seine Vereinskollegen nicht, wie und weshalb kommerziell betriebene Hundeschulen derzeit beispielsweise Welpenkurse anbieten können, dieses jedoch den Hundevereinen untersagt sei, weil man dann ja gleich gegen die Regelung von maximal zwei Personen auf dem Platz verstoßen würde.
Hinzu komme, dass seit dem vergangene Jahr keine Prüfungen und Kurse mehr durchgeführt worden seien, was nicht nur beim Landstuhler Hundeverein große Lücken in das System reiße. „Was wir über Jahre aufgebaut haben, bricht so langsam zusammen“, beschreibt Timo Joas die vereinstechnische Problematik, die nachhaltig dadurch noch verschlimmert werde, dass auch die Hundeerziehung für alle Jungtiere seit dem ersten Lockdown nicht mehr so stattfinden könne, wie sie eigentlich sein solle. „Da die Jungtiere zumeist alleine gehalten werden findet keine Sozialisierung mit den Artgenossen statt. Das, was der Hund in den ersten Monaten seines Lebens nicht lernt, kann im späteren Alter so gut wie nicht mehr aufgeholt werden“, beschreibt der Hundevereinsvorsitzende ein Problem, mit dem man noch Jahre zu kämpfen habe. (red)

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