Das Westpfalz Journal fragte bei den Fraktionen im Landstuhler Stadtrat nach, wie sie den Erfolg oder Misserfolg der Einbahnstraßen-Testphase in der Kaiserstraße in Landstuhl sehen.
Nachfolgend die Antwort von Franz Wosnitza, dem Fraktionsvorsitzenden der FWG im Landstuhler Stadtrat:

Seit Dezember, also seit ca. 6 Wochen, haben wir probehalber einen geänderten Verkehrsverlauf in Landstuhl, um zu sehen, welche Möglichkeiten der Verkehrslenkung in der Praxis bestehen.
Die FWG hat schon 2019 einen praktischen Test als Grundlage der Entscheidungen gefordert und in der Stadtratssitzung vom November 2020 eindringlich darum gebeten, dies in der Kaiserstraße (Kernbereich Ph.Fauth bis Königstr.) zu probieren.
Leider hat die Mehrheit damals abgelehnt.
Immer wieder werden Millionen investiert und hinterher festgestellt, was alles nicht wie berechnet funktioniert. Dieses wollten wir vermeiden. Dass sich nun, wenn auch relativ spät, nach einigen Bürgerversammlungen Bürger und Interessengruppen zum Thema melden, ist doch positiv, wir alle wollen eine lebendige Stadt und dann muss es so sein. Dass da einige Landstuhler Bürger ihre persönliche Ideallinie zum Erreichen diverser Ziele präferieren, ist erkennbar, aber im Sinne der Allgemeinheit nicht gleichfalls sinnvoll.
Die Warnbarken sind hässlich und die Piepser am Zebrastreifen fehlen, das ist wahr, dies kann aber für die kurze Probezeit nicht zufriedenstellend geregelt werden. Bleibt nur die Bitte an alle Bürger um Verständnis und Mitwirkung, denn schließlich soll die Neuregelung für die nächsten 50 Jahre gelten.
Dass Landstuhl durch die Kessellage und die Einschränkungen durch militärische Liegenschaften besondere Umstände aufweist, wissen doch mittlerweile auch alle. Täglich sind Bürger, Stadträte und Beteiligte in der Stadt unterwegs, auch um mit eigenen Augen die Situation zu erfassen. Darüber wird geredet in Landstuhl.
Erinnert sei an dieser Stelle an die wahnsinnigen Staus in unserer Stadtmitte, welche seit Jahrzehnten, alltäglich morgens und nachmittags, die Innenstadt zwischen Saarbrücker Straße und Ludwigstraße verstopft haben. Bei den Überquerungen der Straßen, gleich mehrerer Schüler musste man jeden Tag vor Angst die Luft anhalten und das soll Alltag in Landstuhl bleiben?
Fest steht: Der Verkehr in Landstuhl fließt seit Anfang Dezember bis auf wenige Ausnahmen. Für die kleinen Staus ist meist der Parksuchverkehr verantwortlich.
Dass am Straßenrand in schmalen Straßen geparkt wird, ist ohnehin Unsinn und gefährlich, siehe Ludwigstraße, Schlossstraße, etc. Alle Versuche hier eine wirkliche Verbesserung zu erzielen, brauchen unbedingt das Verständnis und die Akzeptanz der Menschen. Dafür müssen begleitende Maßnahmen zeitgleich oder zeitnah Verbesserungen schaffen. Zum Beispiel: kein Schwerlastverkehr in der Kernstadt, (max 3,5to), Parkleitsystem für freie Parkplätze, bessere Überwachung der Kurzzeit-Parker, Parkhaus mit 2 Geschoßen beim Schlachthof, gut ausgeschilderte Umleitungen und Umgehungen, besonders im Bereich Saarbrücker Straße/Bahnstraße.Dass die zuständige Straßenbehörde trotz mehrfacher Aufforderungen und Bitten die Bodenschweller und Markierungen an der Ampelanlage Saarbrücker Straße/Bahnstraße noch nicht beseitigt hat ist kein gutes Beispiel für die Handlungsfähigkeit Deutscher Straßenbau-Behörden. Schiere Ignoranz!
Wenn wir die Innenstadt (Kernstadt) wieder mit Autos vollstopfen, werden wir für Einkaufen und Leben in unserer Stadt keine gesunden Verhältnisse schaffen. Um zukünftig Gewerbe in unserer Stadt zu haben, brauchen wir eine bessere Aufenthaltsqualität (!) und Erlebnisse, gute Auswahl und Angebote.
Die Kunden der Zukunft wollen nicht mehr mit dem Auto ins Schaufenster fahren, sondern bummeln, Eis essen, Spaß haben und Einkaufen. Dazu braucht man andere Verhältnisse sowie eine gute Erreichbarkeit von außerhalb und die haben wir in Landstuhl sicher. Deshalb kann es nicht sein, dass man mitten durch die Stadt fährt. Dies sollte u.a. der Versuch klären und deshalb haben wir zugestimmt.
Dass an der ein oder anderen Stelle das Verkehrsaufkommen etwas zunimmt, ist bei fairer Verteilung doch akzeptabel. Stehende Autos verpesten die Luft und sind weder für den Fahrer noch für Menschen und die Umgebung wünschenswert.
Wenn all die Änderungen baulich umgesetzt sind und optische Verbesserungen hinzu kommen werden sollten wir in Landstuhl eine luftige, besucherfreundliche, sichere Innenstadt haben. Dafür wollen wir gerne mitarbeiten. Die FWG wird bei halben Lösungen nicht mitmachen, allerdings sind die Mehrheiten nicht in unserer Hand.
Schade, dass die Kaiserstr. im Anfang am Stadteingang nicht zur Einbahnstraße wird, dass wäre die beste Lösung. Jetzt haben wir dort vermutlich keine Parkplätze mehr, keinen Fahrradweg und gegenläufigen Verkehr. Das kann nicht wahr sein!
Das muss nochmals diskutiert werden.

Erkenntnis:
Die Einbahnregelung hilft! Aber nicht vor der Stadthalle, sondern in der Kaiserstraße, wo auch die Geschäfte sind, bis zum Kreisel. Dann ist die Ludwigstraße und der Alte Markt wieder entlastet und der Rest sollte so bleiben.

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