– Von Michaela Hoffmann –

Dieser schillernde Romanklassiker von Viktor Hugo, ein bedeutendes Werk der Weltliteratur, präsentiert als Familien-Musical also auch explizit für Kinder?
Mancher war vielleicht skeptisch, aber der Spagat zwischen Dramatik und kindgerechter Unterhaltung gelang dem Ensemble „THEATERHITS Musical-Schauspiel-Show“ mit Bravour. Angefangen beim Autor Oskar Maywald und dem Komponisten Marko Formanek, dem Regisseur Mario Zuber, Choreograph Vanni Viscusi und den fünf Hauptdarstellern wurde das Drama um Liebe und Intrige neu erzählt, sodass eine familiengerechte Variante als gelungenes schauspielerisches Kunstwerk mit passenden Songs entstand, an dem sowohl die Jüngsten als auch die Erwachsenen, die den ein oder anderen subtilen Gag mit Lachern quittierten, ihren Spaß hatten.
Der Glöckner von Notre Dame, eindrucksvoll gespielt von Christopher Wernecke, erzählt vom mittelalterlichen Leben in Paris, in dem der missgestaltete Glöckner Quasimodo in der bedeutendsten Kirche des Landes, Notre Dame, lebt. Seine selbstlose, aber heimliche Liebe zu der feurig schönen Esmeralda, dargestellt von Annika Stumpp, erfüllt sich leider nicht, wird aber zu einer innigen Freundschaft. Der Narr Gringoire, den Lukas Fischer spielte, war aber der heimliche Star des Stückes. Bischof Frollo, Mario Zuber, stellte den Bösewicht dar, der schließlich mit einem Sturz vom Turm seinem Leben ein Ende setzt.
Esmeralda wird gerettet und wendet sich Hauptmann Phoebus zu, in den sie sich verliebt hat, was auch auf Gegenseitigkeit beruht.
Fünf Schauspieler und Sänger spielten mehrere verschiedene Rollen. Die Zuschauer entdeckten erst beim Schlussapplaus, wie variabel die Darsteller agiert hatten.
Alle Texte und Lieder in deutscher Sprache stammen aus der Feder von Marko Formanek. Die farbenfrohen und geschmackvollen Kostüme sind Werke von Lukas Fischer. Um das passende Bühnenbild kümmerten sich Thomas Zeiße, Jörg Eger, Georg Will und Jonas Kummer. Für den Bereich Maske war Anke Ebelt zuständig.
Theaterhits“ erstellt eigene Musicals, Theater- und Show-Produktionen. Vom Buch, über Kompositionen, Casting der Darsteller, Bau des Bühnenbildes, Anfertigung der Kostüme, Entwurf des Werbematerials bis hin zur fertigen Inszenierung bleibt alles in einer Hand und wird mit einer eigenen Licht- und Tontechnik zu einem stimmigen Gesamtwerk zusammengefügt.
So war der Sonntagnachmittag in der Stadthalle ein Gewinn für alle großen und kleinen Zuschauer. Freiheit, Freundschaft, Inklusion und Diskriminierung wurden subtil thematisiert und überzeugend dargestellt.

 

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